Sie unterhalten sich mit Jugendlichen über eine Nachricht, die Sie in ihrem Newsfeed hatten und Ihnen komisch vorkommt? Sie denken es ist Desinformation? Sie trauen den Statistiken nicht, die im Artikel angeführt werden? Sie meinen, das Foto im Beitrag könnte auch in einem anderen Zusammenhang entstanden sein? Es gibt Möglichkeiten, diese Vermutungen mit Hilfe einer Faktencheck-Seite oder einer Bilderrückwärtssuche zu überprüfen.
Michael Pioch ist Koordinator der Fachkräfte im Landkreis Oder Spree und für den Träger Jugendhilfe und Sozialarbeit e.V. (JuSeV) im Jugendinformations- und Medienzentrum (JIM) Fürstenwalde tätig. Er beschreibt die gute Beziehungsarbeit als wichtige Basis für den alltäglichen Umgang mit Desinformation in der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Um eine Nachricht zu verifizieren, können Sie selbst in mindestens zwei weiteren seriösen Quellen recherchieren, ob diese Nachricht dort genauso dargestellt wird. Sie können aber auch eine der professionellen Fact-Checking-Seiten nutzen. Anbieter sind sowohl private wie auch öffentlich-rechtliche Initiativen, die nachprüfbare Fakten ermitteln, um Desinformation zu entlarven. Das journalistische Prinzip eines Faktenchecks sucht nach dem Ursprung bzw. der Quelle einer Behauptung und stellt dieser verschiedene Perspektiven und Fakten gegenüber. Dabei wird auch auf Fachexpert:innen zurückgegriffen. Ihre Ergebnisse ordnen die Informationen ein und können auf den jeweiligen Webseiten abgerufen werden. Darüber hinaus können dort auch Themen bzw. Nachrichten zur Prüfung eingereicht werden.
Mit einer Rückwärtssuche können Fotos oder Videos überprüft werden. Taucht das Bild auch in anderen Zusammenhängen, vielleicht mit anderen Zeitangaben oder zu anderen Inhalten auf oder wurde es vielleicht sogar manipuliert? Handelt es sich möglicherweise um einen Deepfake? Für die Recherche können Sie z. B. das zu überprüfende Foto oder Video entweder direkt vom Computer beim jeweiligen Suchangebot hochladen oder dort die entsprechende URL (Link zur Webseite) des Bildes oder Videos eingeben. Die Ergebnisse zeigen Ihnen entweder ähnliches Bildmaterial oder auf welchen Webseiten das Bildmaterial bzw. ähnliches Bildmaterial ggf. auch schon verwendet wurde oder Suchergebnisse für Objekte im Bildmaterial. Eine genaue Anleitung zur Vorgehensweise gibt es bei den jeweiligen Angeboten oder in Tutorials auf den gängigen Videoplattformen.
Zur Überprüfung von Desinformation kann ein individueller Faktencheck durchgeführt werden oder Faktencheck-Seiten genutzt werden, die Informationen, Nachrichten oder Bildmaterial mit journalistischen Methoden professionell analysieren und einordnen. Mit einer Bilder- bzw. Video-Rückwärtssuche kann Bildmaterial auch selbst überprüft werden.
In der nächsten Lesson gibt es Informationen zu Anlaufstellen und Projekten sowie weiterführendes Hintergrundmaterial zum Thema Desinformation. Überlegen Sie als Vorbereitung: Welche Themen würden Sie gerne vertiefen und welche Unterstützungsangebote wünschen Sie sich für den Umgang mit Desinformation?
Außerdem können Sie Ihr neu erworbenes Wissen in einem kleinen Test überprüfen.
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