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Kurs: Medienpädagogik. Mitten im Leben. | Onli...
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Textlektion

Lesson 4: Medienkompetenzmodelle

 

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In Lesson 4 werden Ihnen die Grundlage und verschiedene Ansätze zur Weiterentwicklung einer Definition von Medienkompetenz vorgestellt.

Ergänzend werden noch einige Überlegungen zum Gebrauch des Kompetenzbegriffs angerissen.

 


Leitfragen

Was bedeutet Medienkompetenz?

Welche Medienkompetenzmodelle gibt es?

 


 

Input

Was bedeutet der Begriff Medienkompetenz und wie hat er sich entwickelt?

Medienkompetenz ist ein zentraler Begriff der Medienpädagogik, der sich wie die Medienpädagogik selbst in seiner Bedeutung immer wieder weiterentwickelt hat. Zum einen erforderten die Veränderungen der Medien und der Medienlandschaft als Bezugspunkt von Medienkompetenz immer wieder entsprechende Anpassungen bzw. Erweiterungen im Begriffsverständnis. Zum anderen wird der Begriff Medienkompetenz in verschiedenen Zusammenhängen und auch aus verschiedenen Perspektiven nicht einheitlich eingesetzt. Je nach Kontext wird Medienkompetenz z. B. auf medientechnische Handhabungskompetenz reduziert, mit Informations- und Nachrichtenkompetenz gleichgesetzt, als eigenständige oder als Querschnittskompetenz verstanden. Erschwerend kommt hinzu, dass schon der Kompetenzbegriff an sich ein etwas unscharfes Bedeutungsspektrum abdeckt.  Es gibt also nicht eine endgültige Begriffsdefinition, aber verschiedene Ansätze auf Basis einer ähnlichen Auffassung.

Grundsätzlich kann Medienkompetenz als die Fähigkeit (unterschiedlichste) Medien und ihre Inhalte gewinnbringend und lebensdienlich in verantwortlicher Weise für sich selbst und gegenüber anderen zu nutzen und einzusetzen bezeichnet werden.

 

Medienkompetenz, Kompetenzfeld und Bildungsziel

Um medienkompetent handeln zu können, ist eine Reihe von medienbezogenen Fähigkeiten und Wissensbeständen auf verschiedenen Ebenen notwendig.

 

GRAFIK FOLGT

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Quelle:
Büsch, Andreas (2017): Digital Natives and Digital Immigrants. Medienwelten und Medienkompetenz heutiger Schüler-, Lehrer- und Elterngenerationen. In: Fischer, Christian (Hrsg.), Pädagogischer Mehrwert? Digitale Medien in Schule und Unterricht (Münstersche Gespräche zur Pädagogik, Bd. 33), Münster: Waxmann, 59-84; hier: S. 74.

 

Entwicklung des Begriffs Medienkompetenz

Bereits gegen Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre entwickelte sich der Begriff Medienkompetenz u. a. durch neue pädagogische Konzepte zum Umgang mit Massenmedien und neuen Querverbindungen zu sozialwissenschaftlichen (Kommunikations-)Theorien und Kompetenzmodellen (für vertiefende Informationen dazu siehe Frankfurter Schule, Kritische Theorie). Die bisher bestimmende bewahrpädagogische Haltung, die im Medienkonsum eine Gefährdung in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mutmaßte, veränderte sich hin zu emanzipatorischen Ansätzen mit aktiv gestaltenden Mediennutzer*innen. Das Verständnis von Medienkompetenz erweiterte sich demgemäß um handlungsorientierte, kommunikative Komponenten, blieb als Begriff aber weiterhin unscharf. (1)

In der Fortentwicklung wurde der Begriff in den 1990er Jahren für die (medien-)pädagogische Arbeit von Prof. Dr. Dieter Baacke aufgegriffen und in einem Modell ausdifferenziert, das noch immer als besonders wichtig erachtet wird. Auf dieser Grundlage wurde der Begriff seither entlang neuer gesellschaftspolitischer und technologischer Entwicklungen verändert bzw. ergänzt und in verschiedene Bildungsbereiche eingeordnet.

Infolgedessen können die Beschreibungen der nötigen Teilkompetenzen und auch der Bildungsziele von Medienkompetenz variieren. Zum Teil unterscheiden sich die Ansätze kaum voneinander, sondern nehmen nur verschiedene Gewichtungen der einzelnen Teilbereiche vor oder nutzen andere Bezeichnungen. (2)

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Quellen:
(1) Vgl. Baacke, Dieter, Medienkompetenz im Spannungsfeld von Handlungskompetenz und Wahrnehmungskompetenz. Vortrag an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg am 8. Dezember 1998. https://docplayer.org/34436036-Medienkompetenz-im-spannungsfeld-von-handlungskompetenz-und-wahrnehmungskompetenz.html (Stand: 16.05.2023).
(2) Vgl. Aufenanger, Stefan (2018): Medienkompetenz. In: Burow, Olaf-Axel und Bornemann, Stefan (Hrsg.): Das große Handbuch Unterricht & Erziehung in der Schule, Köln: Carl Link, 596-514.https://aufenanger.de/wp-content/uploads/2022/11/aufenanger_medienkompetenz_18.pdf(Stand: 16.05.2023).
 

 

Der Gebrauch des Kompetenzbegriffs

Der Kompetenzbegriff ist, wie bereits erwähnt, nicht eindeutig, sondern wird auch kontextabhängig verschieden ausgelegt. Kompetenz wird u. a. als Synonym für Qualifikation eingesetzt oder auch umfassender beschrieben als die Verbindung von kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten bzw. Wissen und Können zur Lösung von Aufgaben bzw. Problemstellungen.

Je nach Vorstellung können Kompetenzen erlernbar oder verfügbar sein, sowohl methodisches als auch fachliches Wissen beinhalten. In einigen Bildungsbereichen werden unter Kompetenz auch normierte und damit messbare bzw. zertifizierbare Fertigkeiten gefasst.

Der Begriff ist also vielschichtig und wird bisweilen inflationär in verschiedensten Zusammenhängen gebraucht. Das kann dazu führen, dass für den Umgang mit konkreten Themen Kompetenzen formuliert werden, bei denen nicht klar ist, dass sie ggf. Teilbereiche in einem übergeordneten Zusammenhang abdecken. So sind Datenschutzkompetenz, Datenkompetenz, Journalismuskompetenz, Informationskompetenz oder auch Nachrichtenkompetenz Teil von Medienkompetenz. Die Beschreibung kleinteiligerer und abgegrenzter Felder kann hilfreich sein, insbesondere hinsichtlich abprüfbarer Wissensbereiche. Die Beschränkung auf Teilbereiche, genügt aber nicht um komplexen Themen wie z. B. Desinformation oder Hate Speech begegnen zu wollen.

 


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Als erstes lernen Sie das Modell von Prof. Dr. Dieter Baacke kennen. Im Anschluss erhalten Sie einen Überblick über weitere wissenschaftliche Annäherungen an den Begriff Medienkompetenz bzw. Definitionen davon.


 

Medienkompetenz nach Prof. Dr. Dieter Baacke (1934 – 1999)

Medienkompetent zu sein bedeutet für Baacke, Medien nicht nur bedienen, sondern kreativ nutzen zu können, um aktiv am gesellschaftlichen Diskurs teilnehmen und ihn mitgestalten zu können. Die wichtigste Aufgabe und das Ziel von Medienpädagogik ist die Vermittlung von Medienkompetenz.

“Medienkompetenz im Sinne Baackes steht nicht für ein subjektiv−individualistisch verkürztes Konstrukt, sondern für ein Gestaltungsziel auf überindividueller, gesellschaftlicher Ebene innerhalb eines Diskurses zur Informationsgesellschaft. Dieses Ziel fokussiert nicht die bloß rezeptive, passive Nutzung von Medien, sondern spricht sich für einen kreativen und kritisch-reflexiven Gebrauch der Medien aus.”

Im Modell nach Baacke wird Medienkompetenz in 4 Dimensionen unterteilt, von denen sich zwei auf Vermittlung und zwei auf Handeln beziehen. Jede Dimension ist wiederum in Teilbereiche gegliedert. In einigen Quellen wird dieses Modell auch “Bielefelder Modell“ genannt, da Baacke an der Universität Bielefeld arbeitete.

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Quelle:
https://dieter-baacke-preis.de/ueber-den-preis/was-ist-medienkompetenz/ (Stand: 16.05.2023).

 


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Die nachfolgende Grafik zeigt das Modell. Wenn Sie auf das Plus-Zeichen in den Spalten der einzelnen Dimensionen klicken, öffnet sich ein Fenster mit ausführlichen Erläuterungen.


 

 


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Im nachfolgenden Video sehen Sie eine kurze Zusammenfassung zu den 4 Dimensionen der Medienkompetenz, die von Prof. Dr. Dieter Baacke selbst erläutert werden.


 

Quelle:

jff_de: Dieter Baacke über Medienkompetenz, 15.11.2017, https://vimeo.com/242935944 abgerufen am: 07.08.2026.


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Mit Ihrem neuen Wissen zum Medienkompetenzbegriff von Prof. Dr. Dieter Baacke, können Sie sicher schon die beiden nachfolgenden Fragen beantworten?


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Im nächsten Abschnitt lernen Sie andere Definitionsansätze für den Begriff Medienkompetenz kennen, die aus der Weiterentwicklung des Diskurses mit neuen Fragestellungen um die Begrifflichkeiten, ihre Zielstellungen und Ausgestaltungen entstanden sind. Durch einen Klick auf die Zeilen klappt sich ein Fenster mit den entsprechenden Zitaten aus.


Input

 


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Zum Abschluss können Sie bestimmt die beiden Fragen zu den Medienkompetenzmodellen beantworten. Danach geht es mit den Reflexionsfragen weiter.


Icon TestTest

 


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Welche Aspekte von Medienkompetenz, die Sie in den verschiedenen Definitionen kennengelernt haben, sind Ihnen besonders wichtig? Ihre Überlegungen helfen Ihnen vielleicht bei der Beantwortung der nachfolgenden Reflexionsfragen zur Bedeutung von Medienkompetenz für Sie persönlich.


Icon ProjektideeReflexionsfrage

Was bedeutet Medienkompetenz für mich?

In welchem Medienbereich habe ich mich zuletzt weitergebildet? … und warum?


 

Image     Abschluss-Moderation

In Lesson 4 haben Sie einen Eindruck von der Vielschichtigkeit des Begriffs Medienkompetenz gewonnen und verschiedene Medienkompetenzmodelle aus unterschiedlichen Zeitabschnitten kennengelernt. In den jeweiligen Entwürfen zeigt sich der Anspruch, den medienpädagogischen Diskurs mit aktuellen und relevanten Überlegungen voranzubringen.

Im Abschluss finden Sie Überlegungen für eine Standortbestimmung der Medienpädagogik auch in Hinblick auf ihre aktuellen und künftigen Aufgaben.

 

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