
Lesson 1 bietet Ihnen eine Begriffsklärung und eine Einordnung von Aufgaben und Zielen der Medienpädagogik und ihrer Teilbereiche.
Die Auslegung des Begriffs Medienpädagogik wechselt abhängig vom Blickwinkel, aus dem er betrachtet wird und auch vom Zeitabschnitt, in dem er beschrieben wird. Das heißt, es gibt zwar keine endgültige, eindeutige Definition in der wissenschaftlichen Diskussion, aber trotz vielfältiger Zugänge Übereinstimmungen in den Kernaussagen.
Das liegt u. a. daran, dass es nicht seit Beginn der Medienentwicklung ein eigenständiges wissenschaftliches Fach gab, das sich kontinuierlich mit dem Einfluss von Medien auf Gesellschaft und damit auch auf Sozialisations- und Bildungsprozesse von Menschen auseinandersetzte. Entsprechende medienpädagogische Fragestellungen wurden eher in der Psychologie, Soziologie oder anderen wissenschaftlichen Disziplinen mitbehandelt. Mit zunehmender Bedeutung von Medien und ihrem Wandel entwickelten sich dann abhängig vom Zeitgeist verschiedene erziehungswissenschaftliche Ansätze und auch verschiedene Fachausdrücke, um den pädagogischen Umgang mit Medien zu fassen. Dazu gehören z. B. Begriffe wie Medienerziehung, Medienbildung, Medienpädagogik, Medienkunde, Mediendidaktik.
Im Fachdiskurs wird der Begriff Medienpädagogik zuletzt überwiegend als Oberbegriff verstanden, dem die anderen Begrifflichkeiten als unterschiedliche Teilbereiche zugeordnet werden.
Die verschiedenen Definitionsansätze und Modelle von Medienpädagogik bauen auf dem Grundverständnis auf, dass sie sich sowohl mit pädagogischer Forschung, als auch mit pädagogischer Praxis befasst. Medienpädagogik ist eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin, bleibt aber in ihrer Entwicklung eng auf verschiedene andere Disziplinen bezogen.
Folgend werden vier wichtige Definitionen aus unterschiedlichen Jahren vorgestellt:
In den unterschiedlichen Formulierungen zeigt sich die Komplexität des Themas, auch durch die stetige Erweiterung des Begriffs, z. B. durch die zusätzliche Ausformulierung von Zielen wie Mündigkeit und Sozialität. Zur Medienpädagogik gehört es also, wichtige mediale Themen in der gesellschaftlichen Entwicklung zu bestimmen, ins Verhältnis zu normativen Auffassungen zu setzen und sowohl auf Grundlagen als auch auf neue Erkenntnisse und Methoden zurückzugreifen. Dafür werden auch Konzepte für die pädagogische Praxis entwickelt, die zu Teilhabe und Mündigkeit in einem von Medien durchdrungenen Alltag befähigen.
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Quellen:
(1) Neubauer, W./ Tulodziecki, G. (1979): Einleitung. In: Hagemann, W., et al.: Medienpädagogik.Köln: Verlagsgesellschaft Schulfernsehen, S. 15.
(2) Hüther, Jürgen; Schorb, Bernd (2005): Medienpädagogik. In: Dies. (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 5. Aufl. München: kopaed, S. 265.
3) Tulodziecki, Gerhard (2011): Zur Entstehung und Entwicklung zentraler Begriffe bei der pädagogischen Auseinandersetzung mit Medien. In: MedienPädagogik, Themenheft, 11–39. doi:10.21240/mpaed/20/2011.09.11.X., hier: S. 13.
(4) Hartung-Griemberg, Anja; Schorb, Bernd (2017): Medienpädagogik. In: Schorb, Bernd; Hartung-Griemberg, Anja; Dallmann, Christine (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 6. Aufl., München: kopaed, 277-283, S. 277.

Nachdem Sie sich im ersten Abschnitt dem Begriff der Medienpädagogik schon genähert haben, sind Sie bestimmt schon bereit für erste Fragen?

Sehr schön – die Beantwortung der ersten Aufgaben hat doch schon super geklappt!
Jetzt folgen zwei weitere Vorschläge zur Beschreibung von Medienpädagogik, die dafür verschiedene medienpädagogische Teilbereiche aufgreifen.
Eine anschauliche Annäherung an den Begriff Medienpädagogik bietet ein Strukturierungsvorschlag mit zwei Kategorien. Hier wird eine Unterteilung in Lernen ÜBER Medien und Lehren und Lernen MIT Medien vorgenommen, die jeweils mit zugehörigen Teilbereichen (Medienerziehung, Medienbildung, Medienkompetenz, Mediendidaktik) untersetzt sind.

Ein weiteres Modell bietet eine Unterteilung der Medienpädagogik in vier Teildisziplinen, die mit anderem Zuschnitt bzw. Fachausdrücken arbeitet:
Medienpädagogik besteht aus vier Teildisziplinen:
Medienkunde, Medienforschung, Mediendidaktik, Medienerziehung
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Quelle: Merkert, Rainald (1992): Medien und Erziehung: Einführung in pädagogische Fragen des Medienzeitalters. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft (wbg), S. 44.

Zur Vertiefung und Veranschaulichung geht es weiter mit einer Übersicht und Erläuterung der medienpädagogischen Teilbereiche.
Die Bandbreite der Medienpädagogik bildet sich auch in ihren vielfältigen Teilbereichen und Arbeitsfeldern ab. In Forschung, Lehre und Praxis werden die Themen, Aufgaben und Ziele der Medienpädagogik bestimmt und miteinander verknüpft. Wie weiter oben schon erläutert, beziehen sich die Teilbereiche sowohl auf das Lernen über Medien, als auch das Lehren und Lernen mit Medien. Dafür werden (Lern-)Prozesse beschrieben und (Lern-)Ziele formuliert, unabhängig davon, an welchem Ort das Lernen stattfindet, ob es intentional oder informell geschieht.

Im nachfolgenden Abschnitt können Sie die Erläuterungen zu den verschiedenen medienpädagogischen Teilbereichen entdecken. Sobald Sei auf eines der Stichwörter klicken, öffnet sich die jeweilige Information dahinter.
“Medienpädagogik setzt sich also zur Aufgabe, Erziehungs- und Bildungsprozesse verantwortungsvoll zu begleiten. (…) Medienpädagogik ist für alle Lebensalter und pädagogischen Institutionen relevant. Sie setzt dabei zentrale Aspekte der Medienbildung und der Medienkompetenz um und untermauert diese durch eigenständige Forschung.”

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Quelle: Neuß, Norbert: Warum Medienpädagogik? https://www.gmk-net.de/wp-content/t3archiv/fileadmin/pdf/neuss_warum_medienpaedagogik.pdf (Stand: 16.05.2023)

Vielleicht konnten Sie schon Erfahrung in einem der medienpädagogischen Bereiche sammeln und möglicherweise interessieren Sie sich besonders für einen medienpädagogischen Bereich. Die abschließende Reflexionsfrage soll Sie ermuntern, das Gelernte in Ihren persönlichen und beruflichen Kontext zu stellen. Dafür ist es sinnvoll, wenn Sie Ihre Gedanken bzw. Überlegungen festhalten. Hier die Reflexionsfrage für Lesson 1:
Was verstehe ich unter medienpädagogischem Handeln in meinem Arbeitsbereich?
Sie haben gelernt, dass Medienpädagogik eine Disziplin ist, die sich kontinuierlich weiterentwickelt und es nicht nur eine Definition gibt. Sie umfasst verschiedene Teilbereiche und erforscht und behandelt den Einfluss von Medien auf individueller und gesellschaftlicher Ebene und reagiert darauf mit unterschiedlichen Beiträgen, Konzepten und Modellen für die pädagogische Praxis.
In der nächsten Lesson beschäftigen Sie sich mit dem Thema Medien, Medienentwicklung und Medienlandschaft.