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Kurs: Medienpädagogik. Mitten im Leben. | Onli...
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Lesson 2: Medien und Medienlandschaft

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Lesson 2 erläutert Ihnen die Vielschichtigkeit des Medienbegriffs, auch in Bezug zur digitalen Medienlandschaft mit ihren charakteristischen Eigenschaften und Herausforderungen.

 


1. Leitfragen

 

  • Was sind Medien?     
  • Welche Funktion und Bedeutung haben Medien?
  • Welche Eigenschaften und Herausforderungen kennzeichnen die digitale Medienlandschaft?

 

Icon Input2. Input

Was sind Medien?

Ein Medium, das Medium, mehrere Medien, die Medien.

Auch wenn die Aussage des Wortes Medium je nach Form variiert, im Fokus steht immer die Vermittlung von Informationen bzw. die Kommunikation. Die Bedeutungen reichen von der Bezeichnung für Informationsträger bzw. Trägermedien (z. B. Bücher oder digitale Speichermedien), Kommunikationsmittel (z. B. Fernsehgeräte oder Mobilfunkgeräte) bis hin zu den Kommunikationsorganisationen wie Rundfunkanstalten, oder auch allgemein für Massenmedien. Daneben kann das Wort Medium auch für eine Person verwendet werden, die nach eigenen Angaben, Botschaften bzw. Informationen von Geistwesen empfangen kann.

Eine Methode, sich dem Begriff zu nähern, ist die Einteilung in verschiedene Modelle der Kategorisierung. Die Entwicklung dieser Modelle steht dabei immer im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen, technischen und inhaltlichen Medienentwicklungen sowie den Bezugswissenschaften, die sich damit auseinandersetzen. Je nach Modell gibt es Überschneidungen in den Definitionsansätzen und oftmals beziehen sie sich auch auf das Verhältnis von Sender und Empfänger beim Informationsaustausch.

 

Unterscheidung nach neuen/digitalen und alten/traditionellen Medien

Für die Unterscheidung nach neuen/digitalen und alten/traditionellen Medien gibt es zwei Herangehensweisen. Eine Herangehensweise unterscheidet zwischen analogen oder elektronischen bzw. digitalen Medien. Dabei werden zu den digitalen Medien sowohl die Mittel zur Erstellung, Bearbeitung und Speicherung (Festplatten, Software, Speichermedien) als auch zur Verteilung (Netzwerke) von Informationen gezählt.

Eine andere Herangehensweise differenziert die neuen/digitalen und alten/traditionellen Medien eher nach ihren Eigenschaften, wie z. B. Interaktivität oder auch Zeitgebundenheit.

 

Unterscheidung nach Medien erster Ordnung und zweiter Ordnung

Bei diesem Modell werden Medien grob unterschieden nach Technik bzw. Werkzeugen einerseits und Inhalten andererseits. Beispiele für Medien erster Ordnung sind z. B. Geräte, Programme oder Plattformen. Medien zweiter Ordnung umfassen konkrete Inhalte, wie z. B. Texte, Videos oder auch eine Webseite.

 

Unterscheidung nach Einsatz von Technik

In diesem Modell von Fassler und Pross werden Medien danach unterschieden, ob für ihre Produktion und Rezeption technische Mittel eingesetzt werden müssen. (1) (2)


Primärmedien: Menschmedien
Es werden keine technischen Mittel benötigt.
Beispiele: Sprache, Mimik, Gestik, Theater

Sekundärmedien
Es werden technische Mittel zur Produktion benötigt, aber nicht für die Rezeption (der Beginn der Massenmedien).
Beispiele: Printmedien (Buch, Zeitung)

Tertiärmedien: Elektronische Medien
Es werden technische Mittel zur Produktion und zur Rezeption benötigt.
Beispiele: Rundfunk (Hörfunk, Fernsehen), Tonträger (Tonband, Vinyl-Platte, Compact Disc)

Quartärmedien: Digitale Medien
Es werden technische Mittel zur Produktion und Rezeption benötigt und die Medien sind immer interaktiv nutzbar.
Beispiel: an Computer o. ä. gebundene Dienste, Internet, Social Media


Unterscheidung nach Funktion

Medien können auch unter anderen Aspekten betrachtet werden, wie z. B. ihren Funktionen:

• Ausdrucks-Mittel

• Kommunikations-Mittel

• Analoge und digitale Produkte von Gestaltungsprozessen

• Artifizielle (nicht-natürliche) Formen

• Bestandteil von Identitäts-(Re)Konstruktion(en)

• Objekte von Bedeutungszuweisungen

• (potenzieller) Bestandteil von Öffentlichkeiten

• Konstitutiva (digitaler) „sozialer Medien-Arenen“

• Teile von Mediensystemen

• Teile von Medienwelten

• Teile von Lebenswelten

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Quellen:

(1) Vgl. Pross, Harry (1970): Publizistik: Thesen zu einem Grundcolloquium. Neuwied: Luchterhand, S. 129.

Vgl. Faßler, Manfred (1997): Was ist Kommunikation? Eine Einführung, UTB, München, S. 147.

(2)   Prof. Büsch, Andreas: Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz.

 


 

Was sind Massenmedien und Soziale Medien?

Massenmedien sind Kommunikationsmittel, die öffentlich, einseitig (ohne Rollenwechsel zwischen Sendern und Empfängern) und indirekt (mit räumlicher, zeitlicher oder raum-zeitlicher Distanz zwischen Sender und Empfänger) Inhalte an ein disperses (nicht durch eine gemeinsame Handlungsorientierung verbundenes) Publikum vermitteln. (1) Zu den Massenmedien gehören klassische Printmedien (Zeitschriften, Zeitungen, Bücher, Flugschriften, Plakate) ebenso wie elektronische Medien (Rundfunk, Online-Dienste).

Soziale Medien ist ein Sammelbegriff für digitale Medienangebote, die zur Verbreitung von Inhalten, zur interaktiven Kommunikation und zur Kontaktaufnahme bzw. zum Finden, Annähern oder Pflegen von sozialen Beziehungen genutzt werden.

Soziale Medien unterscheiden sich von den klassischen Massenmedien, insbesondere durch die Veränderung der Sender-Empfänger-Rolle und die Wahl des Öffentlichkeitsgrades. Die Kommunikation bzw. das Senden von Informationen ist nicht mehr nur linear. Ein wesentliches Merkmal sozialer Medien ist die Interaktivität – jede*r kann jederzeit etwas gut finden (“liken”), kommentieren und niedrigschwellig selbst etwas veröffentlichen (posten) oder weiterleiten. Auf diese Weise sind Nutzer*innen jederzeit  Rezipient*innen und zugleich Produzent*innen von Informationen und können sich vernetzen.

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Quelle:

(1) Vgl. Maletzke, Gerhard (1998): Kommunikationswissenschaft im Überblick. Opladen: Westdeutscher Verlag. S. 45 f.

 


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Nachdem Sie erste Kategorien für die Einordnung des Medienbegriffs kennengelernt haben, können Sie bestimmt die nachfolgende Aufgabe lösen?

 


 

 


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Im nächsten Abschnitt lernen Sie die Grundlagen des Begriffs Kommunikation bzw. mediale Kommunikation kennen.

 


 

Medien und Kommunikation

Für den Begriff Kommunikation gibt es über 160 verschiedene, unterschiedlich weite Definitionen (1) – insofern ist es nicht einfach, eine Definition festzulegen. Aber zu den grundsätzlichen Annahmen gehört, dass Kommunikation als Austausch von Informationen zwischen Sender und Empfänger (auch mehreren) betrachtet wird. Voraussetzung dafür ist u.a. die Verständigung auf ein gemeinsames Zeichensystem, das von Sender und Empfänger gleichermaßen genutzt und verstanden werden kann. Dazu zählen z. B. Sprache in geschriebener oder gesprochener Form, Bildschriftzeichen wie Emojis, Farbsymbolik oder auch Körpersprache, wie Mimik, Gestik oder Tonlage. Ebenso müssen die Bedingungen für Kommunikationssituationen bzw. Kommunikationskanäle eingeschätzt werden können, z. B. ob eine begrenzte Zeit oder Zeichenanzahl zur Informationsvermittlung zur Verfügung stehen. Unabhängig davon, ob mit oder ohne technische Hilfsmittel bzw. Medien kommuniziert wird, bietet jede Kommunikationssituation verschiedene Möglichkeiten, Informationen auszudrücken und damit die Lesart der Informationen zu beeinflussen. Je nach Kontext bzw. Verständigungssystem kann also eine Information unterschiedlich interpretiert werden.

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Quelle:

(1) Vgl. Merten, Klaus (1977): Kommunikation. Eine Begriffs- und Prozessanalyse. Spinger VS.


Mediale Kommunikation

Mediale Kommunikation kann in mehrere Kategorien eingeteilt werden. Es gibt interpersonale (oft private) Kommunikation, Massenkommunikation als öffentliche Kommunikation und Mischformen durch Digitale bzw. Soziale Medien.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kategorien der medialen Kommunikation, liegen in der persönlichen Auswahl eindeutiger Informationsempfänger*innen und in der Interaktivität. Die Kommunikation von Massenmedien ist öffentlich, also nicht an eine eindeutige und begrenzte Gruppe gerichtet und nicht interaktiv. Die interpersonale Kommunikation und die Mischformen können interaktiv und öffentlich sein, müssen es aber nicht unbedingt.

 


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Bevor es weitergeht, können Sie bestimmt die beiden Aussagen zur Kommunikation beurteilen.

 


 

 


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Als Nächstes beschäftigen Sie sich mit der Funktion und Bedeutung von Medien.

Wann nutzen Sie in Ihren Alltag Medien und warum?

 


 

Welche Funktion und Bedeutung haben Medien?

Medien sind Kommunikationsmittel, ermöglichen den Austausch von Informationen, bieten Möglichkeiten zur Interaktion und sind Sozialisationsinstanz. 

Zu den Anlässen und Gründen für Mediennutzung zählen die Suche nach Unterhaltung, Spaß und Entspannung (affektiv), der Wunsch nach Ablenkung (eskapistisch), das Interesse an Informationen (kognitiv), aber auch das Bedürfnis nach Gemeinschaft und sozialer Orientierung (sozial) sowie Alltagsstrukturierung und Gewohnheit (ritualisierend).

Medien und insbesondere digitale Medien haben starken Einfluss auf die gesellschaftliche Realität und ihre Konstruktion. Veränderte Kommunikationswege, Informationsmöglichkeiten und Interaktionsformen verändern nicht nur privates und berufliches Alltagshandeln, sondern auch die Weltsicht. Individualisierung und Netzwerkbildung, lokales und globales Handeln und Kommunizieren sind gleichermaßen möglich.

Medien, vor allem Massenmedien, haben auch starken Einfluss auf gesellschaftliche Meinungsbildungsprozesse. Partizipativer Journalismus (Bürgerjournalismus) ist daran  ebenso beteiligt wie professioneller Journalismus.

Freier Zugang zu vielfältigen Informationsquellen, offene Debattenkultur und freie und unabhängige Berichterstattung sind Voraussetzung für eine pluralistische, demokratische Gesellschaft. Um dies zu gewährleisten, werden in Artikel 5 des deutschen Grundgesetzes u. a. der Schutz der Kommunikation, der Informationsfreiheit, der Meinungsfreiheit und der Freiheit von Presse und Rundfunk geregelt. Daneben regelt der Medienstaatsvertrag die Rechte und Pflichten der Rundfunkanstalten und Telemedienanbieter (z. B. Internetangebote, Intermediäre) in Deutschland. Auch hier müssen die Rahmenbedingungen immer wieder neu ausgehandelt werden, wenn sich die Funktionen von Medien ändern.


Funktionen der Medien für die Bereiche der Gesellschaft

Politik

Wirtschaft

Kultur – Soziales

Öffentlichkeit herstellen Konsuminformation Orientierung + Lebenshilfe
Artikulation von Meinungen Warenzirkulation Sozialisation: Werte & Normen
Kontrolle und Kritik Beschäftigung sichern Integration in Gesellschaft
Frühwarnfunktion Wertschöpfung, z. B. in der Medienbranche Bildung und kulturelle Entfaltung
Partizipation & Aktivierung   Unterhaltung und Entspannung

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Quelle: In Anlehnung an Bonfadelli, Heinz (2016): Medien und Gesellschaft im Wandel, URL: https://www.bpb.de/themen/medien-journalismus/medienpolitik/236435/medien-und-gesellschaft-im-wandel/, Stand: 24.10.2022.

 

 

Welche Funktion und Bedeutung haben Medien für Kinder und Jugendliche?

Jugendliche kommunizieren mit ihren Freund*innen oder der Familie über den Messenger (WhatsApp etc.). Sie unterhalten sich in Online-Games mit parallelem Chat, schauen Fernsehen, Serien oder Filme im Stream und hören Musik. Sie posten z. B. auf Instagram, YouTube oder TikTok zu ihrem Leben. Sie folgen ihren Freund*innen oder ihren Influencer*innen in den Sozialen Medien, um an deren Geschichten aus dem Alltag (auch mit Produktwerbung) teilzunehmen. Weil sie sich dort bewegen, erhalten sie in den Sozialen Medien auch Nachrichtenangebote, Informationen und Werbung, die speziell auf eine jugendliche Zielgruppe zugeschnitten sind.

“Jugendliche erweitern mit Medien ihre Handlungs- und Orientierungsspielräume. Dabei entwickeln sie im Idealfall komplexe Sichtweisen auf die Welt und das eigene Selbst. Welche Relevanz Medien im Alltag und in den Biografien von jungen Menschen entfalten, hängt allerdings von vielen Faktoren ab: Neben den Medieninhalten und der medialen Kommunikation sind dies etwa das Alter, das soziale Umfeld, der familiäre Kontext oder der sozioökonomische Hintergrund. Jugendliche nutzen Medien um sich die Welt anzueignen, zu verstehen und zu interpretieren. Sie  wirken über Medien in ihre Umwelt und in die Gesellschaft hinein. Sie haben im Umgang mit Medien Entscheidungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, werden zugleich aber auch von Medien in vielen Persönlichkeitsbereichen beeinflusst. Um Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, können Medieninhalte und Medienkommunikation dazu dienen, sich mit bestimmten Charakteren zu identifizieren, sich selbstbestimmt im Netz zu zeigen, neue soziale Zugehörigkeiten zu entwickeln oder Herausforderungen medial zu bearbeiten und zu meistern.”

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Quelle: Prof. Dr. Friederike Siller, weitklick 2020.

 


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Ergänzend bekommen Sie einen Einblick in die aktuellen Mediennutzungsdaten von Kindern und Jugendlichen. Basis dafür sind die jährlich erscheinende JIM-Studie, die die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12-19 Jahren untersucht, sowie die KIM-Studie, die alle zwei Jahre den Stellenwert der Medien im Alttag von Kindern zwischen 6-13 Jahren analysiert. Durchgeführt werden die Studien vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest.

 


 

Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen

Aktuelle JIM und KIM -Studien

Fernsehen, Computer, Tablet, Smartphone. Kinder und Jugendliche sind in ihren Haushalten und auch selbst sehr gut mit Mediengeräten ausgestattet. Fast jedes zweite Kind besitzt ein Smartphone und mit steigendem Alter hat dann fast jede*r Jugendliche*r eins zur Verfügung.

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Wenn es um die Mediennutzung geht, steht für Kinder, dass Spiele spielen mit dem Handy/Smartphone oder am Tablet im Vordergrund. Jugendliche nutzen das Internet, hören Musik, schauen Fernsehen oder online Videos.

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Jugendliche geben als wichtigste Apps WhatApp, Instagram, TikTok, YouTube und Snapchat an. Wenn Kinder zu ihren Internet-Tätigkeiten befragt werden, steht vor allem WhatsApp, Suchmaschinen, Filme, Videos und YouTube im Mittelpunkt.

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Die beliebtesten YouTube-Inhalte sind lustige Clips, Musikvideos und Videos von Influencer*innen, die aus ihrem Alltag erzählen.

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Digitale Spiele werden von 68% der Mädchen und von 84% der Jungen täglich bzw. mehrmals pro Woche genutzt. 31% der Jungen gibt an 2 bis 4 Stunden am Tag damit zu verbringen. Die beliebtesten Spiele sind Minecraft, FIFA und Fortnite.

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Kinder und Jugendliche nehmen bei ihrer Mediennutzung auch negative Aspekte, wie Fake News, beleidigende Kommentare, extreme Ansichten, Verschwörungstheorien, Hassbotschaften wahr und sind auch mit persönlichen Beleidigungen oder Anfeindungen konfrontiert.

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Im nächsten Abschnitt dieser Lesson lernen Sie charakteristische Eigenschaften der digitalen Medienlandschaft kennen und welche Herausforderungen mit ihnen einhergehen. Die Bedeutung und Funktion von Medien wird hier nochmals aufgegriffen und erscheint in einem anderen Kontext.

 


Welche Eigenschaften und Herausforderungen kennzeichnen die digitale Medienlandschaft?

  • Die Medienlandschaft und mit ihr das Mediennutzungsverhalten haben sich durch die Digitalisierung stark gewandelt und verändern sich stetig weiter.
  • Einzelne Medien sind zunehmend miteinander verschränkt (Medienkonvergenz).
  • Inhalte von Rundfunk oder Printmedien werden z. B. auch auf Online-Plattformen angeboten.
  • Durch die Entwicklung mobiler Endgeräte (Mobiltelefone, Smartphones, Netbooks, Notebooks, Tablets), sind Medieninhalte ständig und überall verfügbar.
  • Sprach- und Datenkommunikation ist nicht länger orts- und zeitgebunden.
  • Soziale Medien ermöglichen eine unmittelbare, weltweite und dezentrale Vernetzung.
  • Die Menge an frei verfügbaren Informationen wächst rasant und ist durch digitale Zugänge leichter abrufbar.
  • Digitale Partizipation erweitert Beteiligungsmöglichkeiten bei der Gestaltung gesellschaftlicher Prozesse.
  • Eine Vielzahl an Werkzeugen und Plattformen ermöglicht die öffentliche Verbreitung individueller Meinungen oder eigener Medienprodukte mit entsprechenden Konsequenzen. Professioneller Journalismus bzw. Informations- und Nachrichtenanbieter sind nicht mehr einzige publizistische Instanz.
  • Das Internet verändert die Arbeitswelt und bietet die Basis für neue Berufsbilder und Geschäftsmodelle (Influencer*innen, e-Commerce). Online-Handel, Online-Marketing, Daten- und Plattformökonomie oder Internet der Dinge, Smart-Home und smarte Kleidung haben Einfluss auf individuelles und gesellschaftliches Handeln im öffentlichen und privaten Raum, worauf Medienangebote wiederum mit entsprechenden Anpassungen reagieren. Die fortschreitende Entwicklung von künstlicher Intelligenz, von lernenden Algorithmen und Maschinen beschleunigt diese Effekte.

Diesen Möglichkeiten der digitalisierten Medienlandschaft  stehen aber auch Herausforderungen und Risiken gegenüber. Das beginnt bei sozialer Ungleichheit, die sich auch beim Zugang zu Medienangeboten mit der jeweilig aktuellen Technik und den dafür notwendigen Kenntnissen abbildet. Zum kompetenten Umgang mit Medien gehört nicht nur sie bedienen zu können, sondern auch  das Wissen über die Komplexität der Zusammenhänge hinter den Angeboten.

Die ständige Erreichbarkeit und stetige Verfügbarkeit von Medienangeboten (always on) und die Furcht, etwas zu verpassen (fomo – Fear of missing out) kann zu Stress und Überforderung führen. Die große und unübersichtliche Angebots- und Informationsvielfalt der digitalen Medien erschwert es, die Relevanz einer Nachricht, einer Information oder eines Angebotes einschätzen zu können. Das gilt für wirtschaftliche Entscheidungen ebenso wie für persönliche Orientierung und Meinungsbildung.

Dem gegenüber steht die individualisierte, vorgefilterte und damit ggf. einseitige Angebotsauswahl, die durch Algorithmen erstellt wird. Je nach Suchverhalten und Vorlieben im Netz werden nur passende Ergebnisse angezeigt bzw. Meinungen bestätigt.  Es können Teilöffentlichkeiten entstehen, in denen sich die Nutzer*innen dennoch in der Mehrheit wähnen. Besonders für die Meinungsbildung spielen die geänderten Bedingungen der Medienlandschaft eine Rolle. Durch einseitige Information und gelenkte Weltsicht sind Manipulation und Spaltung der Gesellschaft leichter möglich. Professioneller Journalismus fungiert nicht mehr länger als sogenannter Gate-Keeper, der Informationen und Nachrichten für die Öffentlichkeit filtert, einordnet und überprüft. Zahlreiche andere Akteur*innen können ebenso Informationen aber auch Desinformation verbreiten, ohne dass dies auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Durch die Nutzung digitaler Medien entstehen neue Formen von Kontakt- und Kommunikationsrisiken. Die Motive hinter der Kontaktaufnahme bzw. Vernetzung mit fremden Personen sind nicht immer gleich zu erkennen, auch weil es im Internet einfacher ist eine falsche Identität vorzuspiegeln. Betrugsversuche, Cybergrooming und Ausspähen von Daten sind nur einige Anlässe. Kommunikation sowohl mit fremden als auch mit bekannten Personen kann unklar oder sogar problematisch bzw. bedrohlich werden und von Beleidigung, Verleumdung und Bedrohung in Kommentaren und Foren oder per E-Mail bis hin zu Cyber-Mobbing und Hassrede (Hate-Speech) führen.

Auch der Umgang mit Daten bzw. mit dem Datenschutz gehört zu den Herausforderungen in der digitalen Medienlandschaft. Das umfasst allgemeine wie auch personenbezogene Daten. Durch neu aufkommende Medienanwendungen erweitert und verändert sich das Thema. Werden z. B. im Internet der Dinge unterschiedlichste Objekte zu vernetzen Medien, werden sie zu Kommunikationsmitteln, die auch Daten übermitteln.

Die ständige Innovation von Medienangeboten prägt die digitale Medienlandschaft. Sie steht dadurch mit gesellschaftlichen Wandlungsprozessen in ständiger Wechselwirkung und eröffnet, trotz aller Herausforderungen, auch immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten in einer globalisierten Welt.

 


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Mit den abschließenden Fragen reflektieren Sie Ihre persönliche Mediengeschichte und überlegen, wo Sie Herausforderungen im Umgang mit Medien sehen.

 


 

Icon Projektidee3. Reflexionsfrage

Welches Medienereignis hat mich besonders berührt?

Welche Stationen hat meine Mediengeschichte?

Welche Herausforderungen im Umgang mit Medien sehe ich?

 

4. Abschluss

Sie haben sich mit der Vielschichtigkeit des Medienbegriffs beschäftigt und sich mit Kennzeichen der Medienkommunikation auseinandergesetzt. Außerdem haben Sie die Bandbreite der Funktionen und Bedeutungen von Medien und die damit verbundenen individuellen bzw. gemeinschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten und Herausforderungen für eine demokratische Gesellschaft kennengelernt.

In Lesson 3 beschäftigen Sie sich mit medienpädagogischen Richtungen im Verhältnis zur gesellschaftlichen und medialen Entwicklung. 

 

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