ModerationLesson 3 gibt Ihnen einen Überblick über Entwicklungslinien und wichtige Ansätze der Medienpädagogik als Reaktion auf Medienentwicklungen und gesellschaftliche Strömungen.
Die Geschichte der Medienentwicklung ist auch die Geschichte der sozialen und kulturellen Bedeutung und Wirkmächtigkeit von Medien. Abhängig vom technologischen Entwicklungsstand, hatten Medien von Anfang an Einfluss auf individuelles und gesellschaftliches Kommunikationsverhalten, auf die Zugangsmöglichkeiten zu Informationen, auf die Darstellung und Vermittlung von Medieninhalten. Und dadurch wirken Medien auch auf Meinungsbildung, Werte und Normen ein sowie auf die Konstituierung verschiedener medienpädagogischer Richtungen.
ModerationUnterschiedliche Medienangebote sind selbstverständlich im Alltag integriert und nicht mehr wegzudenken. Wissen Sie, wann welches Medium auf den Markt gekommen ist?
ModerationIn der nachfolgenden Zeitleiste erhalten Sie einen ausgewählten Überblick zur Mediengeschichte und zur Entwicklung medienpädagogischer Richtungen. Hier finden Sie auch die Beispiele aus der vorangegangenen Aufgabe wieder.
Für ausführlichere Informationen können Sie die einzelnen Punkte in der Zeitleiste anklicken.
„Seitdem technische Kommunikationsmittel die massenhafte Verbreitung von Information und Unterhaltung erlauben und erst recht seitdem sie über diese beiden Funktionen hinaus immer mehr Bedeutung für Beruf und Alltagsorganisation gewinnen, gibt es pädagogisch motivierte und orientierte Bemühungen um die „Bewältigung“ dieser Medien und ihrer individuellen und gesellschaftlichen Folgen. Recht besehen ist die Geschichte der Medienpädagogik eine Geschichte der Reaktion auf die jeweils „neuen Medien“ und die durch sie hervorgerufenen Irritationen, wobei Medien zunächst hauptsächlich als Gegenstand pädagogisch-normierter Regulierung und Zensur, dann aber auch als Mittel pädagogischen und politischen Handelns begriffen wurden.“
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Quelle:
Hüther, Jürgen/Podehl, Bernd (2005): Geschichte der Medienpädagogik. In: Hüther, Jürgen/Schorb, Bernd (Hrsg.): Grundbegriffe Medienpädagogik. 4. vollständig neu konzipierte Auflage. München: kopaed verlagsgmbh, S. 116-127, Online: https://docplayer.org/25138615-Geschichte-der-medienpaedagogik.html (Abgerufen: 21.11.2022).
Die Art und Weise, wie der Zugang zu Medien und Medienprodukten geregelt werden kann und wie mit ihnen umgegangen werden soll, war und ist daher auch immer von den jeweils aktuellen weltanschaulichen bzw. gesellschaftspolitischen Vorstellungen bestimmt.
Vor diesem Hintergrund werden entsprechend auch Ergebnisse der Medienforschung bzw. der Medienwirkungsforschung gedeutet. Infolgedessen gibt es zu den jeweiligen medienpädagogischen Ansätzen auch immer Vorbehalte oder Kritik.
Die verschiedenen Positionen stehen im Spannungsfeld zwischen Schutz und Risikoabwägung einerseits und bestmöglicher Förderung, Entwicklung von Mündigkeit und Bedürfnis nach Selbstentfaltung andererseits. Der Spielraum gesetzlicher Regelungen zur Freiheit von Kunst, Wissenschaft, Forschung und Lehre, zur Meinungsfreiheit, zum Zensurverbot oder zum Jugendmedienschutz wird demgemäß unter pädagogischen Gesichtspunkten abgewogen. Je nach Ansatz können statt Einschränkungen und Verboten Alternativen aufgezeigt oder ggf. Bewältigungsstrategien zum Umgang mit unangemessenen Inhalten angeboten werden. Und auch Medienkompetenz als Ziel medienpädagogischen Handelns wird abhängig von der Position unterschiedlich begriffen.
Globalisierung, medienkonvergente Angebote und technische Innovationen sind weitere Herausforderungen für ein medienpädagogisches Selbstverständnis und erfordern neue gesellschaftliche Diskurse, auch über die Verständigung unterschiedlicher kultureller Werte und die Grenzen nationaler Gesetzgebung.
ModerationErkennen Sie in den nachfolgenden Thesen die verschiedenen medienpädagogischen Positionen? Vielleicht haben Sie auch Spaß daran, noch weitere Thesen aufzustellen? Wir freuen uns über Ihre Anregungen.
ModerationNachdem Sie Ausgangspunkte und Intentionen verschiedener medienpädagogischer Ansätze kennengelernt haben, hören Sie im anschließenden Video Einschätzungen zu ihrer heutigen Bedeutung in der Praxis.
Welche medienpädagogischen Richtungen haben heute noch für den Alltag und pädagogische Praxis Bestand?
Björn Schreiber, ehemals Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V.
Katharina Bluhm, Bildungsstätte Schabernack e.V.
Prof. Andreas Büsch, Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz
ModerationZum Abschluss können Sie ihre eigene Position reflektieren.
Welche medienpädagogischen Ansätze vertrete ich? … und warum?
Abschluss-ModerationIn Lesson 3 haben Sie sich mit geschichtlichen Aspekten der Medienpädagogik als Reaktion auf die jeweilige Medienentwicklung und den gesellschaftlichen Strömungen beschäftigt: Ausgehend von einer bewahrpädagogischen Haltung und der Entwicklung des Jugendmedienschutzes bis hin zum heutigen handlungs- und lebensweltorientierten Ansatz.
In Lesson 4 beschäftigen Sie sich mit den Medienkompetenzmodellen.