4. Außerschulische Medienbildung strukturell verankern

Neben der Förderung von Medienkompetenz durch handlungsorientierte Medienprojekte stellen heute die fachlich-inhaltliche Unterstützung von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie die Einbeziehung der Eltern weitere wichtige Schwerpunkte der Arbeit der Berliner Medieneinrichtungen dar. Die sich schnell entwickelnden Medientechnologien und neuen Netzdienste bedeuten laufend neue Herausforderungen und zeigen sich im gestiegenen Beratungsbedarf sowohl bei Eltern als auch Pädagoginnen und Pädagogen.

Der zunehmenden Bedeutung von Medienbildung steht in Berlin keine adäquate finanzielle und personelle Ausstattung der Medieneinrichtungen gegenüber. Die 5.000 Euro jährlich, die die bezirklichen Medienkompetenzzentren aus dem Programm Jugendnetz-Berlin erhalten, sind hier zu wenig. Programmmittel für landesweite Projekte wurden 2015 stark gekürzt.

Frage 7
Welche Maßnahmen streben Sie an, um die bestehenden Förderprogramme zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit auszubauen?

Soweit Maßnahmen der kulturellen Bildung betroffen sind, konnten wir diese bereits in der laufenden Wahlperiode ausbauen. Wir streben an, diese auszuweiten, um kulturelle Bildung und Medienbildung in der außerschulischen Arbeit zu verbessern.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Redaktioneller Hinweis der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die nachfolgende Antworten beziehen sich auf den Fragenkomplex 7 bis 10

Wir begrüßen den Vorschlag, Medienkompetenzzentren analog zu den Musikschulen, Volkshochschulen, Jugendkunstschulen und Gartenarbeitsschulen als außerschulische Lernorte in das Landesschulgesetz aufzunehmen und entsprechend finanziell abzusichern. Dies ist um so mehr erforderlich, als in den letzten Jahren EU-Fördermittel weggebrochen sind und keine adäquate Förderung über den Landeshaushalt sichergestellt werden konnte. Hier wollen wir den Trägern eine notwendige Planungssicherheit zurückgeben.
Wir schätzen die Angebote der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht mehr als ein Impulsgeber sein kann. Diese Impulse gilt es von anderen Bildungseinrichtungen aufzunehmen. Wir haben den Eindruck, im Vergleich zur Kooperation zwischen Brandenburg und der mabb hat Berlin da noch Luft nach oben.

Lernorte für Medienkompetenz sind aber auch Bibliotheken. Wir fordern einen neuen Bibliotheksentwicklungsplan, um insbesondere die bezirkliche Bibliothekslandschaft zu sichern und das Angebot den zeitgemäßen Erfordernissen anzupassen, insbesondere die Ausstattung mit digitale Medien und damit verbundene Angebote betreffend.

Zu Beginn der ablaufenden Legislaturperiode hatten Träger und Akteur*innen der Medienbildung zu Runden Tischen eingeladen. Die Forderung an den Senat, dieses Forum zu verstetigen unter Leitung und mit Unterstützung durch den Senat wurde von diesem strikt abgelehnt. Wir dagegen unterstützen die Forderung nach einer Einrichtung eines Runden Tisches Medienbildung. Wir erhoffen uns durch die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen konkrete Verbesserungsvorschläge zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, die es dann auf Landes- wie auch auf bezirklicher Ebene in die Praxis umzusetzen gilt.

Förderprogramme zur außerschulischen Medienbildung existieren nicht im luftleeren Raum. Problemtisch ist, dass die Infrastruktur für die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit seit Jahren kaputtgespart wird. Das können zeitlich begrenzte Landesprogramme nicht kompensieren. Daher fordern wir LINKE zuerst, dass die Strukturen der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit in den Bezirken gesichert und bedarfsgerecht ausgebaut wird. Dafür müssen neue Formen der Finanzierung und allgemeinverbindliche Standards entwickelt werden, die, so die Forderung der Partei DIE LINKE, auch gesetzlich festgeschrieben werden müssen. Zweitens müssen die Prinzipien der Kinder- und Jugendbeteiligung fest verankert werden. Kinder und Jugendliche sollen mehr Beteiligungsrechte erhalten, um demokratische Willensbildungsprozesse zu fördern. Dazu gehört aus LINKER Sicht auch, das Wahlalter weiter herabsetzen. Kinder- und Jugendbüros müssen in die Regelfinanzierung. Wir sind sicher, dass all diese Maßnahmen auch die Voraussetzung sind, um Angebote zur Medienbildung im außerschulischen Bereich zu sichern und auszubauen.

Medienbildung schließt für uns auch ein, den verantwortungsvollen Umgang mit den Medien, insbesondere mit den digitalen Medien zu lernen. D.h. unter anderem ein bewusstes Verbraucherverhalten zu befördern und zu lernen, sich in der Fülle der angebotenen Informationen zurecht zu finden. Es gilt auch zu lernen, wie man die eigene Privatsphäre schützt und die anderer respektiert. Schließlich geht es auch darum, dass Suchtpotential richtig einzuschätzen. Wir setzen uns in diesem Zusammenhang auch dafür ein, dem Jugendmedienschutz mehr Gewicht zu geben und ihn wirksam zu reformieren.

Die PIRATEN unterstützen Ihre Forderungen zur außerschulischen Medienbildung im vollen Umfang.

Wir möchten Stadtbibliotheken in den Bezirken stärken und e-Ausleihe sowie Online- und Streaming-Angebote flächendeckend ermöglichen. Hier können auch Medienkompetenzzentren andocken. Bezirkliche Einrichtungen, z.B. für Jugendliche oder Senior*innen, sollen für die Medienarbeit finanziell gefördert werden. Die Verankerung von Medienkompetenzförderung in den Bezirken werden die PIRATEN nachdrücklich vorantreiben.

Frage 8
Was sollte seitens der Landesebene getan werden, um Einrichtungen der Jugend-, Familien- und Elternbildung bei Angeboten zur Medienkompetenzförderung gezielt zu unterstützen?

Wir werden die öffentlichen Bibliotheken als Orte lebenslangen Lernens stärken und damit die Vermittlung von Informations- und Medienkompetenz und von vertieftem Wissen über das demokratische Gemeinwesen fördern. Zuggleich fördern wir deren verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Bildungseinrichtungen wie Familienzentren und Jugendfreizeiteinrichtungen.

 

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die nachfolgende Antworten beziehen sich auf den Fragenkomplex 7 bis 10

Wir begrüßen den Vorschlag, Medienkompetenzzentren analog zu den Musikschulen, Volkshochschulen, Jugendkunstschulen und Gartenarbeitsschulen als außerschulische Lernorte in das Landesschulgesetz aufzunehmen und entsprechend finanziell abzusichern. Dies ist um so mehr erforderlich, als in den letzten Jahren EU-Fördermittel weggebrochen sind und keine adäquate Förderung über den Landeshaushalt sichergestellt werden konnte. Hier wollen wir den Trägern eine notwendige Planungssicherheit zurückgeben.
Wir schätzen die Angebote der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht mehr als ein Impulsgeber sein kann. Diese Impulse gilt es von anderen Bildungseinrichtungen aufzunehmen. Wir haben den Eindruck, im Vergleich zur Kooperation zwischen Brandenburg und der mabb hat Berlin da noch Luft nach oben.

Lernorte für Medienkompetenz sind aber auch Bibliotheken. Wir fordern einen neuen Bibliotheksentwicklungsplan, um insbesondere die bezirkliche Bibliothekslandschaft zu sichern und das Angebot den zeitgemäßen Erfordernissen anzupassen, insbesondere die Ausstattung mit digitale Medien und damit verbundene Angebote betreffend.

Zu Beginn der ablaufenden Legislaturperiode hatten Träger und Akteur*innen der Medienbildung zu Runden Tischen eingeladen. Die Forderung an den Senat, dieses Forum zu verstetigen unter Leitung und mit Unterstützung durch den Senat wurde von diesem strikt abgelehnt. Wir dagegen unterstützen die Forderung nach einer Einrichtung eines Runden Tisches Medienbildung. Wir erhoffen uns durch die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen konkrete Verbesserungsvorschläge zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, die es dann auf Landes- wie auch auf bezirklicher Ebene in die Praxis umzusetzen gilt.

Wichtig ist aus LINKER Sicht, dass der Senat stärker als bisher für das Thema Medienkompetenzförderung sensibilisiert, konzeptionelle Überlegungen initiiert, praktikable Initiativen, Maßnahmen und Projekte fördert und gute Beispiele öffentlich macht. Das gelingt aus unserer Sicht nur im ressortübergreifenden Handeln. Das Land sollte die finanziellen Voraussetzungen schaffen, um Neues zu erproben und die Maßnahmen, die sich als gut und wirksam erwiesen haben, in die Regelfinanzierung zu überführen und gegebenenfalls in die Fläche auszudehnen. Kinder und Jugendliche sollen in die Bewertung von Programmen/Projekten einbezogen werden und darüber auch entscheiden können. Das Land sollte eine stärkere Verantwortung für Aus-, Fort- und Weiterbildung in Sachen Medienpädagogik übernehmen. Auch in Sachen Elternbildung sollten Angebote initiiert und gefördert werden.

Das Land Berlin muss die Zahl der Medienkompetenzzentren durch eine signifikante initiale Investition einmalig deutlich erhöhen und dauerhaft Mittel für Personal in diesen Zentren einplanen. Wie oben dargestellt werden mindestens 15 Millionen Euro / Jahr veranschlagt, um an den Schulen eine angemessene multimediale Ausstattung und den Unterricht aufrechtzuerhalten.

Frage 9
Welche Vorschläge haben Sie, um den fachlichen Austausch zwischen Medienbildungseinrichtungen zu intensivieren?

Die Aktivitäten im Land Berlin zur Steigerung der Medienkompetenz werden verstärkt und eine einheitliche Anlaufstelle geschaffen. Die Aktivitäten sollen mit der Medienanstalt Berlin- Brandenburg verzahnt werden.

 

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die nachfolgende Antworten beziehen sich auf den Fragenkomplex 7 bis 10

Wir begrüßen den Vorschlag, Medienkompetenzzentren analog zu den Musikschulen, Volkshochschulen, Jugendkunstschulen und Gartenarbeitsschulen als außerschulische Lernorte in das Landesschulgesetz aufzunehmen und entsprechend finanziell abzusichern. Dies ist um so mehr erforderlich, als in den letzten Jahren EU-Fördermittel weggebrochen sind und keine adäquate Förderung über den Landeshaushalt sichergestellt werden konnte. Hier wollen wir den Trägern eine notwendige Planungssicherheit zurückgeben.
Wir schätzen die Angebote der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht mehr als ein Impulsgeber sein kann. Diese Impulse gilt es von anderen Bildungseinrichtungen aufzunehmen. Wir haben den Eindruck, im Vergleich zur Kooperation zwischen Brandenburg und der mabb hat Berlin da noch Luft nach oben.

Lernorte für Medienkompetenz sind aber auch Bibliotheken. Wir fordern einen neuen Bibliotheksentwicklungsplan, um insbesondere die bezirkliche Bibliothekslandschaft zu sichern und das Angebot den zeitgemäßen Erfordernissen anzupassen, insbesondere die Ausstattung mit digitale Medien und damit verbundene Angebote betreffend.

Zu Beginn der ablaufenden Legislaturperiode hatten Träger und Akteur*innen der Medienbildung zu Runden Tischen eingeladen. Die Forderung an den Senat, dieses Forum zu verstetigen unter Leitung und mit Unterstützung durch den Senat wurde von diesem strikt abgelehnt. Wir dagegen unterstützen die Forderung nach einer Einrichtung eines Runden Tisches Medienbildung. Wir erhoffen uns durch die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen konkrete Verbesserungsvorschläge zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, die es dann auf Landes- wie auch auf bezirklicher Ebene in die Praxis umzusetzen gilt.

Redaktioneller Hinweis der Redaktion von medienbildung-jetzt.de
Die nachfolgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 9 und 10.

Die Fraktionen der LINKEN, Piraten und von Bü90/Die Grünen haben im März 2016 die Initiative ergriffen und einen Antrag über „Berlins Zukunft sichern – jetzt Konzept für die Bildung mit digitalen Medien“ (Drs. 17/2805) vorgelegt. Der Antrag enthält wesentliche medienpädagogische Forderungen unserer Partei. Dazu gehört u.a. auch, einen „Runden Tisch Medienbildung“ einzurichten, „der regelmäßig die breite außerschulische Trägerlandschaft der Medienbildung mit den Gremien der Lehrkräfte, Schüler/-innen und Eltern vernetzt.“

Hierfür muss die Möglichkeit durch Freistellung der Mitarbeiter*innen für Vernetzungstreffen, sowie die Planung von zentralen Kongressen und Veranstaltungen für Austausch und Fortbildung gegeben werden. Weiterhin ist es erstrebenswert, die digitale Vernetzung und dezentrale Zusammenarbeit über technische Hilfsmittel zu fördern.

Frage 10
Welche Vorschläge haben Sie für eine nachhaltige Verankerung mediengestützter Projekte zur Kinder- und Jugendbeteiligung auf bezirklicher Ebene?

Aktive Beteiligung ist Grundlage einer lebendigen Demokratie. Sie schärft den Sinn für das Gemeinwohl, stärkt den Zusammenhalt und Generationendialog und fördert Eigeninitiative und Engagement aller Berlinerinnen und Berliner. Deshalb werden wir die Partizipation junger Menschen stärken und die Beteiligungsmöglichkeiten durch die Weiterentwicklung des Jugenddemokratiefonds und das neue Jugendportal mit vielen interaktiven Beteiligungs- und Kommunikationsangeboten fördern und ausweiten.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die nachfolgende Antworten beziehen sich auf den Fragenkomplex 7 bis 10

Wir begrüßen den Vorschlag, Medienkompetenzzentren analog zu den Musikschulen, Volkshochschulen, Jugendkunstschulen und Gartenarbeitsschulen als außerschulische Lernorte in das Landesschulgesetz aufzunehmen und entsprechend finanziell abzusichern. Dies ist um so mehr erforderlich, als in den letzten Jahren EU-Fördermittel weggebrochen sind und keine adäquate Förderung über den Landeshaushalt sichergestellt werden konnte. Hier wollen wir den Trägern eine notwendige Planungssicherheit zurückgeben.
Wir schätzen die Angebote der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb), die allerdings im Rahmen ihrer Möglichkeiten nicht mehr als ein Impulsgeber sein kann. Diese Impulse gilt es von anderen Bildungseinrichtungen aufzunehmen. Wir haben den Eindruck, im Vergleich zur Kooperation zwischen Brandenburg und der mabb hat Berlin da noch Luft nach oben.

Lernorte für Medienkompetenz sind aber auch Bibliotheken. Wir fordern einen neuen Bibliotheksentwicklungsplan, um insbesondere die bezirkliche Bibliothekslandschaft zu sichern und das Angebot den zeitgemäßen Erfordernissen anzupassen, insbesondere die Ausstattung mit digitale Medien und damit verbundene Angebote betreffend.

Zu Beginn der ablaufenden Legislaturperiode hatten Träger und Akteur*innen der Medienbildung zu Runden Tischen eingeladen. Die Forderung an den Senat, dieses Forum zu verstetigen unter Leitung und mit Unterstützung durch den Senat wurde von diesem strikt abgelehnt. Wir dagegen unterstützen die Forderung nach einer Einrichtung eines Runden Tisches Medienbildung. Wir erhoffen uns durch die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen konkrete Verbesserungsvorschläge zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, die es dann auf Landes- wie auch auf bezirklicher Ebene in die Praxis umzusetzen gilt.

Redaktioneller Hinweis der Redaktion von medienbildung-jetzt.de
Die nachfolgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 9 und 10.

Die Fraktionen der LINKEN, Piraten und von Bü90/Die Grünen haben im März 2016 die Initiative ergriffen und einen Antrag über „Berlins Zukunft sichern – jetzt Konzept für die Bildung mit digitalen Medien“ (Drs. 17/2805) vorgelegt. Der Antrag enthält wesentliche medienpädagogische Forderungen unserer Partei. Dazu gehört u.a. auch, einen „Runden Tisch Medienbildung“ einzurichten, „der regelmäßig die breite außerschulische Trägerlandschaft der Medienbildung mit den Gremien der Lehrkräfte, Schüler/-innen und Eltern vernetzt.“

Bezirkliche Kinder- und Jugendbeteiligungsbüros sollten an Jugendzentren andocken und durch feste Budgets und Personalstellen gesichert werden.

3. Medienbildung in der Schule implementieren

Die Institution Schule steht in der Verantwortung, die digitalen Medien im Unterrichtsgeschehen zu integrieren. Mit der Einführung des neuen Rahmenlehrplans zum Schuljahr 2017/18 wird auch die Berücksichtigung des „Basiscurriculums Medienbildung“ verbindlich. Damit ist ausdrücklich mehr als die Vermittlungsoptimierung des Unterrichts durch Medien gemeint. Um die umfassenden Ziele der Medienkompetenzvermittlung auch tatsächlich in den Schulalltag zu implementieren, bedarf es konkret formulierter Ziele und Standards.

Frage 5
Welche Vorschläge haben Sie, um die Implementierung des Basiscurriculums im Alltag der Schulen sicher zu stellen? Welche Vorschläge haben Sie, um Lehrerinnen und Lehrer in der Umsetzung der fachintegrativen Medienbildung zu unterstützen? Welche Rolle spielen dabei aus Ihrer Sicht außerschulische Partner und wie könnte deren Rolle gestärkt werden?

Der Berliner „Rahmenlehrplan für Unterricht und Erziehung“ an den Staatlichen Fachschulen für Sozialpädagogik – gültig seit Schuljahr 2011/2012 – berücksichtigt im „Lernbereich I: Kommunikation und Gesellschaft“ im „Themenfeld 3: Kulturarbeit leisten“ auch das Thema Medien. Hierbei geht es einerseits um die eigene Medienkompetenz der künftigen Pädagoginnen und Pädagogen aber andererseits auch darum, diese Kindern und Jugendlichen zu vermitteln. Als Inhalte des insgesamt 100 Stunden umfassenden Themenfelds werden in Bezug auf Medien genannt:

  • Medien und Medienverbundsysteme, Medienwahrnehmung, Medienwirkung, Mediensozialisation
  • Medien im Bildungsprozess
  • Kommunikations- und Medientechnik in der sozialpädagogischen Arbeit.

Da es sich um eine Querschnittsaufgabe handelt, sind die Verbindungen zu anderen Lernbereichen einzubeziehen. Pädagoginnen und Pädagogen stehen im Land Berlin eine Reihe von medienpädagogischen Fortbildungen offen. Beispielhaft sei hier das Berliner Fortbildungsprogramm von „BITS 21“ im Rahmen des Landesprogramms „jugendnetz-berlin“, das von der „WeTeK gGmbH“ und dem „Förderverein für Jugend- und Sozialarbeit e.V.“ organisiert wird, genannt. Die beiden Träger bieten ein umfangreiches und bedarfsorientiertes Programm an, das durch den Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Das „Fachprofil Medienbildung“ beispielsweise umfasst 250 Stunden, qualifiziert berufsbegleitend und schließt mit einem Zertifikat für die Teilnehmenden ab. Für einen Ausbau von Schulungsmaßnahmen gibt es derzeit keine Notwendigkeit.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

 

Grundsätzlich ist es wichtig, ein abgestimmtes Gesamtkonzept zur digitalen Medienbildung zu haben und über die reinen Lernziele hinaus alle Bereiche (Technik, Didaktik, Lerninhalte, Lernumfeld) miteinander abzustimmen und zusammen zu denken. So muss die technische Ausstattung den Ansprüchen der Software genügen und umgekehrt – die Software sollte auf das Gerät abgestimmt sein. Zudem muss sich das pädagogische Personal im Umgang mit den Geräten sicher fühlen und möglichst von technischem Support befreit sein. Wichtig ist ein technisches Konzept, das diese Faktoren (Hardware, Software, Personal) zusammen denkt und ineinander verzahnt.

 

Berlin braucht eine funktionsfähige, inhaltlich kontinuierlich bespielte Lernplattform, die Schüler*innen und Lehrkräften zur Verfügung steht. Lehrkräfte brauchen Zeit und Vernetzung, um fachspezifische Curricula für den Einsatz digitaler Medien zu entwickeln. Das Lehrpersonal und andere pädagogischen Kräfte im schulischen Bereich sollten über aktuelle medienpädagogische Kenntnisse und didaktische Fähigkeiten verfügen und souverän entscheiden können, welche Lerninhalte und Lernziele für welchen Einsatz digitaler Medien geeignet sind. Auch das außerschulische soziale Umfeld von Kindern und Jugendlichen hat Einfluss auf ihr Medienverhalten und ihre Fertigkeiten. Deshalb sind digitale Medienbildungsangebote auch außerhalb der Schule, z. B. in der Jugendarbeit, der Elternarbeit, der außerschulischen Bildung, im Internet und sozialen Netzwerken bei einem Gesamtkonzept der digitalen Medienbildung einzubeziehen.

Berlin verfügt über eine breite Trägerlandschaft der Medienbildung. In jedem Bezirk existiert ein Medienkompetenzzentrum. Tatsächlich sind außerschulische Medienbildungsträger konzeptionell oftmals weiter als viele Schulen, da sie qua Auftrag entsprechend spezialisiert sind. Ihr Knowhow wäre also auch für den schulischen Bereich nutzbar. In erster Linie sind sie allerdings für die außerschulische Bildung von Kindern, Jugendlichen und Eltern sowie anderer Bevölkerungsgruppen zuständig. Zudem ist ihre Arbeit durch den Wegfall von ESF- und EFRE-Fördermitteln in der neuen EU-Förderperiode dramatisch gefährdet. Hier bedarf es eines Ausgleichs, um die Erfüllung ihres Auftrags, aber auch ihren innovativen Einfluss nachhaltig zu sichern.
Diese Träger haben sich selbst in der Diskussion um das fachübergreifende Kompetenzfeld Medienbildung im Rahmen der neuen Rahmenlehrpläne als Partner angeboten. Ähnlich wie beim Thema kulturelle Bildung sollte Schule die Kooperation mit außerschulischen Bildungsträgern anbieten und deren Kompetenzen im Bereich digitaler Medien nutzen. Auch die Kooperation mit Unternehmen der digitalen Branche sollten kein Tabu sein. Hierzu sollten allerdings Empfehlungen entwickelt werden, um einer Kommerzialisierung der Schule und Abhängigkeiten insbesondere bezüglich Marktführern zum Vertrieb proprietärer Software vorzubeugen. Zur kontinuierlichen Vernetzung und Erarbeitung gemeinsamer Inhalte von schulischen und außerschulischen Angeboten auch unter Einbeziehung von Schüler*innen und Eltern sollte endlich der lange geforderte Runde Tisch Medienbildung unter Federführung des Senats einberufen werden und regelmäßig tagen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern:

  • Ein abgestimmtes Gesamtkonzept zur digitalen Medienbildung bezüglich Technik, Didaktik, Lerninhalte, Lernumfeld;
  • die Schaffung einer funktionstüchtigen, sicheren digitalen Lernplattform mit qualitativ hochwertigen, offenen und frei verwendbaren Inhalten (Open Educational Ressources) unter Einbeziehung moderner pädagogischer und fachdidaktischer Konzepte, die barrierefrei zugänglich und leicht bedienbar sein soll;
  • den kontinuierlichen fachlich-didaktischen Austausch von Lehrkräften zum Einsatz digitaler Medien;
  • den Ausbau der Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg im Rahmen des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) und des Bildungsservers Berlin Brandenburg auf Basis des neuen gemeinsamen Rahmenlehrplans zur fächerübergreifenden Kompetenzentwicklung im Bereich Medienbildung;
  • die Absicherung der vielfältigen außerschulischen Trägerlandschaft der Medienbildung auch als Partner von Schule und Kita;
  • die regelmäßige Einberufung eines Runden Tisches Medienbildung unter Leitung des Senats.
Der Umgang mit digitalen Medien von Handy, Smartphone, Tablet, Laptop über Internet, Computerspielen bis hin zu sozialen Netzwerken gehört für die meisten Schülerinnen und Schüler heute zu ihrem Alltag, allerdings nicht unbedingt im Unterricht. Mit der Einführung eines Basiscurriculums Medienbildung wird der von Medien – analog und digital – beeinflusste Alltag der Schülerinnen und Schüler aufgegriffen. In allen Fächern und fächerübergreifend und in allen Schuljahrgängen gilt es, diese Alltagserfahrungen aufzugreifen und als dauerhaften, pädagogisch strukturierten Prozess zur Entwicklung von Medienkompetenz zu gestalten und zur Entwicklung neuer individueller und kollaborativer Lernformen zu nutzen. Kreativer Umgang und kritische Auseinandersetzung mit der interessengeprägten Medienwelt und mit den sich rasant entwickelnden Medientechnologien gehören ebenso dazu wie sich den Herausforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit zu stellen.

 

Unsere Vorschläge dazu im Antrag 17/2805:
die Organisation des Austausches unter pädagogischen Kräften zur Erstellung und Weiterentwicklung von fachdidaktischen Konzepten zum Einsatz von digitalen Medien, zur Entwicklung neuer kollaborativer und individueller Lernformen und zu den Herausforderungen im Hinblick auf Datenschutz und IT-Sicherheit;
die konzeptionelle Unterfütterung des inklusiven und geschlechtergerechten Lernens im Rahmen des Unterrichts mit digitalen Medien;
Verstetigung und Absicherung von Best-Practice-Projekten, um nachhaltige Erfolge zu ermöglichen und auszubauen;
Ausbau der Kooperation zwischen Berlin und Brandenburg im Rahmen des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin Brandenburg (LISUM) und des Bildungsservers Berlin Brandenburg auf Basis des neuen gemeinsamen Rahmenlehrplans zur fächerübergreifenden Kompetenzentwicklung im Bereich Medienbildung.

An den Schulen muss ein Fach „Medienkompetenz“ eingeführt werden.
Wir fordern fachkompetente Medienwarte für alle Schulen, die bei der Umsetzung von Projekten an den Schulen beteiligt werden sollen.

 

Die PIRATEN setzen sich dafür ein, die Medienkompetenzen bei Entscheidungsträgern, Lehrkräften und Lernenden zu schaffen, sich in der digitalen Welt zurechtzufinden. Dazu bedarf es auch Angebote außerhalb der Schule, z.B. in Medienkompetenzzentren.
Außerschulische Partner sind willkommen. Kritisch sehen wir die Zusammenarbeit mit Verlagen und Unternehmen. Hier muss die Abhängigkeit von bestimmer Hard- und Software vermieden werden. Die PIRATEN setzen auf Open Source. Wissen und Programme, die mit öffentlichen Geldern erstellt wurden, müssen unter freien Lizenzen zugänglich seien. Die PIRATEN haben im Abgeordnetenhaus Haushaltsmittel für Open Access im Wissenschaftsbereich durchgesetzt. Ähnliche Programme muss es auch für Lehrmittel geben.

Die Einflussnahme von Unternehmen auf Lerninhalte z.B. über Lernprogramme ist kritisch zu beobachten.

Frage 6
Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die erforderliche Medienausstattung in allen Schulen sowie den technischen Support und die technisch-didaktisch und medienpädagogisch sinnvolle Anwendung sicherzustellen?

Wir haben einen neuen Rahmenlehrplan, in dem zum ersten Mal Sprach- und Medienbildung sowie übergreifende Themen auf eine curriculare Grundlage gestellt werden. Daneben gibt es den „eEducation Berlin Masterplan“, der zur Ausbreitung der informationstechnischen Bildung beitragen und die Entwicklung von Medienkompetenz bei Lernenden und Lehrenden befördern soll. Das integrierte Konzept des Masterplans aus kostenlosen Angeboten für Fortbildung nach dem Modulkonzept des Masterplans, der Ausstattung mit IT (PCs, Notebooks, Interactive Whiteboards, Peripherie, Standardservern) sowie Vernetzung, und der kostenlosen Bereitstellung und Betreuung von Medienprojekten (Masterplan-Leitprojekten) hat sich bewährt.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Wichtig ist, dass die IT-Infrastruktur in den Schulen sicher und verlässlich ist. Technische Geräte müssen leicht zu bedienen sein und immer zur Verfügung stehen, ist dies nicht der Fall, sinkt die Akzeptanz des Einsatzes digitaler Medien bei Lehrer*innen und Schüler*innen. Dazu gehört auch, dass ein ausreichender technischer Support für die Geräte gegeben ist, der zumindest dem Support in der Berliner Verwaltung entspricht und dass verlässliche Jugendschutzprogramme installiert sind.
Die Wartung der IT-Infrastruktur ist in die Hände von Unternehmen oder speziellen Angestellten zu legen, nicht in die Hände des pädagogischen Personals, schon gar nicht ehrenamtlich oder „nebenbei“. Was wir brauchen sind IT-Manager*innen für die Schulen. Der Einsatz von Technik ist bei baulichen Veränderungen oder Schulneubauten immer von Anfang an mit zu berücksichtigen.
Eine pragmatische Lösung kann der Ansatz „Bring Your Own Devices“ (BYOD) sein. Hierbei bringen die Schüler*innen ihre außerschulisch benutzten mobilen Endgeräte in die Schule. Für Eltern, die sich eine solche Anschaffung finanziell nicht leisten können, sollten die Schulen einen Grundstock an Geräten vorhalten (auch wichtig bei länger andauernden Ausfällen durch Reparaturen etc.). Generell gilt, dass die Schulen den Eltern die Anschaffung bestimmter Geräte empfehlen sollten, um so gewisse Standards zu setzen (analog wie es bereits bei Taschenrechnern etc. passiert). Für eine erfolgreiche Implementation von BYOD ist zudem ein verlässliches W-LAN in Schulen erforderlich. Alternativ oder ergänzend könnte geprüft werden, inwieweit private Telekommunikationsunternehmen bereit sind, eine Bildungsflatrate während der üblichen Unterrichtszeiten anzubieten. BYOD setzt ein IT-Sicherheitskonzept voraus, denn die Geräte sind privat nicht einheitlich gesichert und könnten Schadsoftware enthalten und verbreiten. Auch sollte sichergestellt sein, dass die Schüler*innen nicht Zugriff auf die privaten Dateien ihrer Mitschüler*innen erhalten. Gemeinsames Lernen könnte auf sicheren Lernplattformen stattfinden. In Hamburg wird gerade in einem Modellprojekt BYOD an sechs Schulen erprobt. Ein solches Modellprojekt ist für Berlin überfällig.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern:

  • die Bestandsaufnahme und eine Zielstellung zur technischen Ausstattung der Schulen bezüglich der Quantität und Qualität für den IT-medienpädagogischen Bereich und zum technischen Support der IT-Endgeräte in Zusammenarbeit mit den Bezirken;
  • eine Zielstellung wie und bis wann allen Berliner Schulen ein leistungsfähiger Breitbandanschluss und ein freies W-LAN zur Verfügung stehen soll;
  • die Erarbeitung von Empfehlungen zum Umgang mit privaten digitalen Geräten (BYOD) im Rahmen der Schule.

Generell bedarf es der Schaffung einer IT-Infrastruktur (Netzanbindung, Vernetzung, Geräteausstattung, Programme, Plattformen, …) auf dem heutigen technischen Standard für das Berliner Schulwesen für das Lernen und Lehren in den Schulen und für die Organisation und Verwaltung des Schulwesens.

Dazu im Antrag 17/2805:

  • die Erstellung einer Bestandsaufnahme und einer Zielstellung zur technischen Ausstattung der Schulen bezüglich der Quantität und Qualität für den IT-medienpädagogischen Bereich und zum technischen Support der IT-Endgeräte in Zusammenarbeit mit den Bezirken;
  • eine Zielstellung darüber, wie und bis wann allen Berliner Schulen ein leistungsfähiger Breitbandanschluss und ein freies WLAN zur Verfügung stehen soll;

Im Wahlprogramm DIE LINKE. Berlin:

  • Zusätzlich zum Ausbau der IT-Infrastruktur auf das erforderliche Maß sind Weiterbildungsangebote für das Lehrpersonal und zusätzliche Stellen für qualifiziertes Personal zu schaffen. Der Zugang zu digitalen Technologien und zum Internet muss unabhängig vom Einkommen und sozialen Hintergrund ermöglicht werden.
  • DIE LINKE setzt sich für ein Bund-Länder-Programm für digitale Bildung ein, das auch ein mobiles Endgerät für jedes Kind als Teil der grundständigen Bildungsausstattung fördert. Wir machen uns stark für selbst bestimmtes Lernen. So sollen die Möglichkeiten, Fortbildungen auch online durchzuführen, ausgebaut werden. Ebenso sollen Volkshochschulen generell Online-Kurse sowie Kurse in digitaler Bildung anbieten.

Der Senat von Berlin sollte ein Digitalisierungprogramm für die Berliner Schulen entwickeln. Hier halten wir eine Größenordnung von mindestens 15 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich als direkte Zuweisung an die Bezirke zur Digitalisierung der Schulen für erforderlich (im Mittel etwa 20.000 Euro / Schule / Jahr), wobei von einer höheren initialen Investition auszugehen ist. Dies kann auch (teilweise) durch Ausbau der Förderung der Medienkompetenzzentren und Medieneinrichtungen in den Bezirken geschehen.
Die Ausstattung mit digitalen Arbeitsmitteln und ein Internetzugang für alle Lernenden ist eine Voraussetzung für den Zugang zur Informations- und Wissensgesellschaft und einer aktiven Teilhabe an dieser.

Die PIRATEN fordern schon seit langem ein offenes WLAN auch an den Schulen. Nach der Änderung der Regeln für die sogenannte „Störerhaftung“ im Telemediengesetz werden sich hoffentlich auch die Schulen auf internationales Niveau begeben.
An den Schulen sind Medienwarte für digitale Medien und Infrastruktur einzustellen.

2. Frühkindliche Medienerziehung

Medien sind auch aus dem Alltag von Kitakindern nicht mehr wegzudenken – vor allem die mobilen Medien Tablet und Smartphone locken mit einer Fülle an Apps und digitalen Angeboten auch die Kleinsten. Der Umgang mit digitalen Medien prägt die kindliche Entwicklung. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder bereits in der Kita unterstützt werden, ihre Medienerlebnisse zu verarbeiten und an einen altersgerechten Medienumgang herangeführt werden. Hierzu brauchen wir Kitaerzieher*innen und -erzieher und auch Eltern, die in der Lage sind, medienbezogene Kompetenzen bei Kindern zu fördern. Im Berliner Bildungsprogramm der Kitas ist bereits im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ festgeschrieben, dass es für pädagogische Fachkräfte wichtig ist, sich im Team zu verständigen, wie die Ausbildung von Medienkompetenz in die pädagogische Arbeit integriert wird (siehe BBP, S.101ff). Die Pädagog*innen und Pädagogen werden der Aufgabe, die Förderung in die pädagogische Arbeit zu integrieren, nur gerecht, wenn Sie in der Lage sind, die Faszination der Kinder in der Medienaneignung zu verstehen. Das ist eine Grundvoraussetzung, die Potenziale des kreativen Umgangs mit Medien in die pädagogische Arbeit zu integrieren. Hierzu benötigen Pädagog*innen und Pädagogen medienpädagogisches Grundwissen und Informations- und Unterstützungsangebote.

Frage 2
Welche Maßnahmen sind aus Sicht Ihrer Partei sinnvoll, um die Medienkompetenz von Vorschulkindern altersangemessen zu fördern?

Das Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege versteht Bildung als Aneignungs- und Gestaltungsprozess im frühkindlichen Verstehen der Welt. Der Einsatz und die Nutzung von Medien gehört selbstverständlich zum Alltag in Familie, Kita und der weiteren Lebenswelt von Kindern. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Kinder von früh auf medienkompetentes Handeln aufbauen.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Digitale Bildung ist heutzutage eine der wichtigsten in Bildungsinstitutionen erworbenen Kompetenzen. Auch wenn bei Vorschulkindern sicherlich noch andere Bereiche im Vordergrund stehen, so ist der Einsatz von digitalen Endgeräten in Kitas unter pädagogischer Begleitung sinnvoll. Auch können spielerisch erste Programmierkenntnisse erworben werden.

Auch bei Kitas gelten ähnliche Grundsätze wie bei Schulen, insbesondere was die Fortbildung von Personal angeht. Allerdings ist das Angebot von geeigneter Software für Kitakinder noch sehr viel geringer als im Bereich Schule. Hier gilt es nachzubessern und entsprechende Software-Angebote zu machen, am besten auf einem für Kitas eingerichteten Teil einer Berliner Lernplattform.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern:

  • die Schaffung einer funktionstüchtigen, sicheren digitalen Lernplattform mit qualitativ hochwertigen, offenen und frei verwendbaren Inhalten (Open Educational Ressources) unter Einbeziehung moderner pädagogischer und fachdidaktischer Konzepte, die barrierefrei zugänglich und leicht bedienbar sein soll und auch Angebote für frühkindliche Bildung umfasst;
  • die Verankerung von Medienbildung mit Schwerpunkt digitale Medien in der Aus- und Fortbildung von allen pädagogischen Kräften, über die reine Technikvermittlung hinaus hin zu grundsätzlichen und fachbezogenen didaktischen Fragen der digitalen Vermittlung von Inhalten und der Veränderung des Lehrens und Lernens durch die Nutzung des Internets;
  • verpflichtende medienpädagogische Inhalte im Rahmen der Erzieher*innenausbildung, die sowohl die fachübergreifende als auch die fachspezifische Vermittlung von Wissen mit digitalen Medien beinhalten; dies gilt auch für die Curricula der Hochschulen.

Die meisten Kinder haben bereits sehr frühzeitigen Zugang zu Medien und lernen spielerisch deren Gebrauch- von Geschwistern, Eltern und im familiären und sozialräumlichen Umfeld. Doch die Chancen dazu sind ungleich verteilt. Zum einen aus sozialen Gründen oder weil Eltern ganz bewusst darauf verzichten. Die frühkindliche Förderung in Kita oder Tagesförderung soll jeweils die individuellen Voraussetzungen der Kinder berücksichtigen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern, Benachteiligungen entgegenwirken und soziale Kompetenzen vermitteln – in enger Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Voraussetzung dafür ist chancengleicher Zugang zu vorschulischer Förderung. Doch der Rechtsanspruch auf den Kitabesuch ist in Berlin immer noch eingeschränkt. DIE LINKE fordert daher eine Abschaffung der Bedarfsprüfung und einen bedarfsgerechten Ausbau der Kitaplätze. Eltern sollen selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie ihre Kinder in Kita oder Tagespflege gefördert wissen wollen. Sie sollen auch wählen können zwischen den verschiedenen pädagogischen Konzepten der Träger und Einrichtungen. Dies gilt auch im Hinblick auf Art und Umfang der medienpädagogischen Kompetenzvermittlung.

Bereits Kinder nutzen heute digitale Medien, sie dürfen dabei nicht sich selbst überlassen werden. In Kitas muss der Umgang mit Computern und Smartphones zur Erziehung dazugehören. Kinder sollen spielerisch die Funktionalitäten der Systeme erkunden können. Erzieherinnen und Erzieher müssen in der Lage sein, digitale Geräte zu erklären und den Kindern näher zu bringen. Auch der Umgang mit Hardware und Software, insbesondere die Nutzung des Internetbrowsers und von Angeboten wie google und YouTube ist dabei zu vermitteln.

Die Ausbildung von Erzieher*innen muss in vielen Bereichen reformiert und erweitert werden. Dazu gehört auch der Bereich Medienpädagogik. Der Beruf der Erzieher*innen muss dazu auch insgesamt aufgewertet und besser bezahlt werden. Fortbildungen müssen selbstverständlich sein und der Personalschlüssel muss entsprechend angepasst werde, damit Fortbildungen besucht werden können, ohne negative Auswirkungen auf die Betreuung und die Arbeitssituation der Kolleg*innen.

Frage 3
Inwiefern reicht es Ihrer Meinung nach aus, dass die Förderung der Medienkompetenz im Berliner Bildungsprogramm für Kitas im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ verankert ist und als Querschnittsbereich alle anderen Bildungsbereiche flankiert? Welche weiteren Maßnahmen strebt Ihre Partei an?

Im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ wird Medienkompetenz explizit thematisiert. Allerdings wird die Ausbildung dieser Kompetenz auch in allen anderen Bildungsbereichen angeregt – etwa wenn Projektschritte mit einer digitalen Kamera dokumentiert werden und das Bildmaterial am Computer weiter bearbeitet wird. Erfahrungen aus der medienpädagogischen Arbeit mit den Lernstationen ‚kidsmart‘ sind in die Konzeption des Berliner Bildungsprogramms eingeflossen.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Die Vorschläge im Berliner Bildungsprogramm für Kitas sind gerade in Bezug auf Medienbildung sehr allgemein gehalten und wenig konkret. Insbesondere fehlen Anregungen, welche technische Infrastruktur in Kitas eingesetzt werden sollte und mit welcher Software diese Infrastruktur bespielt werden kann. Ebenfalls fehlen Vorschläge, welche Ziele mit dem Einsatz digitaler Medien in der frühkindlichen Bildung erreicht werden sollen, wie z.B. das Erreichen eines grundlegenden Verständnisses für Programmierung.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern:

  • die Konkretisierung des Bildungsprogramms für Kitas in Hinsicht auf Medienbildung mit Empfehlungen, welche Hard- und Software bei der frühkindlichen Bildung eingesetzt werden soll.

Die Formulierung des Anspruchs der Medienkompetenzvermittlung als Querschnittsaufgabe im Kita-Bildungsprogramm ist richtig und wichtig. Entscheidend ist jedoch, wie dieser Anspruch im pädagogischen Alltag in den Einrichtungen realisiert wird. Wichtig ist dafür vor allem die Sensibilität für die Aufgabenstellung, gut ausgebildete, kreative und motivierte pädagogische Fachkräfte sowie eine adäquate Ausstattung der Einrichtungen.

DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, dass die Kapazitäten für die Ausbildung von Erzieher/innen ausgebaut werden, auch auf Hochschulebene. Wir fordern, die Medienpädagogik fest im Ausbildungsprogramm zu verankern und die Kompetenz zur Kommunikation und Elternarbeit zu verstärken. Wir treten dafür ein, dass die Potenziale der Mediennutzung erkannt werden und die Befähigung, sie im pädagogischen Alltag gezielt zu nutzen, z.B. für die Frühförderung von Kindern mit Behinderung, noch stärker ausgebildet werden. Neben der Ausbildung müssen auch Angebote für Fort- und Weiterbildung bedarfsgerecht verstärkt werden. DIE LINKE. Berlin hat vorgeschlagen, den von den Kita-Trägern beizubringenden finanziellen Eigenanteil von 7% pro Platz schrittweise abzubauen. Mit dem freiwerdenden Geld können die Kitas Investitionen tätigen: ins Personal, Fortbildungen, aber auch in eine moderne materiell-technische Ausstattung.

Die formulierten Punkte sind leider eher für die Gelerie, wenn die konkrete Umsetzung nur an die eh schon überlasteten Erzieher*innen deligiert wird, ohne Schulung und bessere Ausstattung und einen ausreichenden Betreuungsschlüssel.
Die reine Flankierung des Bildungsbereichs ist unzulänglich. Neben verpflichtenden Schulungen ist insbesondere auch in den KITAS zusätzliche Fachpersonal für Medienbildung dringend notwendig. Eltern sind rechtzeitig zu schulen, auf die Internetnutzung durch ihre Kinder zu achten und gegen missbräuchliche Nutzung rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

Frage 4
Wie wollen Sie den Ausbau der medienpädagogischen Elternarbeit und entsprechender Netzwerke stärken, damit Eltern für aktuelle Aufgaben der Medienerziehung und der Förderung frühkindlicher Medienkompetenz sensibilisiert werden?

nicht beantwortet

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Zahlreiche medienpädagogischen Einrichtungen und Initiativen wie die Medienkompetenzzentren, bits 21, Arbeitskreis neue Erziehung e.V. oder auch die freiwilligen Selbstkontrollen leisten bereits eine hervorragende Arbeit in dieser Stadt, um auch Eltern für das Thema Medienkompetenz zu sensibilisieren. Hier gilt es gute Informationsweitergabe zu verstetigen und z.B. durch mehrsprachige Angebote auszubauen. Die Verteilung von medienpädagogischem Material über KITAs und Schulen ist ein guter Weg, um möglichst flächendeckend die Berliner Eltern zu erreichen.

Es wird in Berlin sehr viel Material verfasst, was aber bisher zu selten bei den Eltern ankommt. Künftig wird es eine wichtige Aufgabe sein, den Eltern eine Orientierungshilfe zu geben, passgenaue Angebote zu machen und in guter Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter*innen von Bildungseinrichtungen individuelle Themenschwerpunkte zu vermitteln, um generationsübergreifend Medienkompetenz in dieser Stadt zu optimieren.

Zudem hat die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Flyer zum Thema Kinder- und Jugendmedienschutz erarbeitet, der online zur Verfügung steht.

Darin bieten wir Eltern und Erziehenden Tools und Tipps für einen sicheren Umgang mit Medien an. Denn wenn ein Kind das Internet und digitale Inhalte entdecken möchte, so sollte es dabei von seinen Eltern unterstützt werden, u.a. um gemeinsam ein Benutzerkonto und kindgerechte Nutzer*innenprofile anzulegen oder eine Jugendschutzsoftware zu installieren.

Viele Eltern und Elternvertretungen nutzen heute bereits ganz selbstverständlich insbesondere die digitalen Medien, um zu kommunizieren und sich zu vernetzen. Problemtisch ist es, wenn nicht gleichermaßen alle Eltern einbezogen sind. Es müssen in jedem Falle Wege gefunden werden, alle Eltern gleichermaßen zu beteiligen. Dies setzt eine Sensibilisierung für das Thema Mediennutzung/Medienkompetenz und die Akzeptanz von Unterschieden im Gebrauch aus verschiedenen Gründen voraus. Vielen Eltern ist bewusst, dass der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien erlernt werden muss und dass insbesondere die Nutzung der digitalen Medien auch Gefahren birgt. Kinder lernen am ehesten vom elterlichen Vorbild. Dafür müssen Eltern sensibilisiert werden. Am besten ist es, in der Elternarbeit vor Ort das Thema Medienpädagogik zu diskutieren, das medienpädagogische Konzept in der Kita vorzustellen und gemeinsam Regeln für den Medienumgang festzulegen. Bildungspartnerschaften funktionieren nur auf der Grundlage von Respekt, Toleranz und Transparenz. Doch die Kitas sind nicht allein für die medienpädagogische Elternarbeit zuständig. Sie sind in erster Linie Initiator und Vermittler in Sachen medienpädagogischer Elternangebote. DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, dass vor Ort in den Sozialräumen niedrigschwellige und allgemein zugängliche Familienbildungsangebote vorhanden sind. Wir fordern, dass die Angebote der Familien-, Nachbarschafts- und soziokulturellen Zentren finanziell gesichert und ausgebaut werden. Es müssen Räume vorhanden sein, damit Eltern Selbsthilfepotenziale entwickeln können. Angebote von Eltern für Eltern haben sich als am wirkungsvollsten erwiesen.

Über die Herausforderung, Kindern den richtigen Umgang mit den neuen Medien näherzubringen ist in Elternversammlungen in Kitas und Schulen zu kommunizieren. Mit den Eltern sollte erarbeitet werden, wie sie ihren Kindern gezielt geeignete Inhalte aus dem Internet näherbringen und Kindern dabei nicht überlassen, völlig ohne Anleitung das Internet zu erforschen oder eben nicht zu erforschen.

Entsprechende Schulungsangebote sind in Medienkompetenzzentren zu schaffen. Dabei sollte dargestellt werden, wie Eltern ihre Kinder in der richtigen Nutzung der Endgeräte aber auch des Internets unterstützen können. Das reine Referieren über diese Themen reicht hier nicht aus. Unerlässlich ist das Ausprobieren der Eltern an den jeweiligen mobilen Endgeräten.