Freie Medien für mündige Bürgerinnen und Bürger gehören zur Demokratie. Nur über beteiligende Formen von Bürgermedienarbeit in Schule und außerschulischer Bildung wie in etablierten Medien mit offenen Formen journalistischer Arbeit und in neuen Formen von eDemocracy und netzdemokratischer Diskussionskultur kann eine echte Beteiligungsstruktur in Berlin vorangetrieben werden. Politische Beteiligung über Bürgermedien und ePartizipation sind  entscheidende Bausteine der Demokratie. Berlin aber hat als einziges Bundesland gemeinsam mit Brandenburg Bürgerrundfunk noch nicht im Medienstaatsvertrag beider Länder reguliert.

Frage 14
Was wollen Sie tun, um eine partizipative Medienbildung und Medienkompetenzförderung quer durch alle Altersstufen und Medien materiell und strukturell zu unterstützen?

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die folgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 14 bis 17.

Zur Partizipation (nicht nur) in Fragen der Medienbildung und Medienkompetenzförderung haben wir ein umfassendes Netz in Berlin, das sich auch auf spezifisch medienpolitische Bereiche erstreckt. Dieses wollen wir verstärkt nutzen. Dazu gehören das Partizipationsprogramm für Migrantinnen und Migranten, die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung und des Jugenddemokratiefonds, offene und flexible Formen der Bürgerbeteiligung, gute digitale Infrastrukturen und nicht zuletzt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Wir unterstützen die Forderung nach einer Einrichtung eines Runden Tisches Medienbildung. Die Zusammensetzung der Teilnehmer*innen soll gewährleisten, dass Umsetzungsvorschläge von Themen wie partizipative Medienbildung durch die Expertise der Teilnehmer*innen erarbeitet und anschließend realisiert werden.

Medienbildung ist für uns Grüne eine Aufgabe, die alle Generationen betrifft. Angebote sollten auf die Altersstufen hin zugeschnitten sein und mit den entsprechenden Bildungseinrichtungen eng abgestimmt werden. Dabei müssen die großen Chancen wie die Risiken beim Umgang mit Medien, insbesondere der Digitalen Medien vermittelt werden. Dazu gehört auch der souveräne Umgang mit sozialen Netzwerken, der Schutz vor Cybermobbing und Gewalt im Netz, insbesondere gegenüber Frauen und Mädchen.

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die folgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 14 und 15.

Wir teilen die Einschätzung zur Rolle der Freien Medien und sehen die Notwendigkeit der Förderung mediengestützten bürgerschaftlichen Engagements.

DIE LINKE hält die unabhängigen nicht-kommerziellen und Bürgermedien für einen unverzichtbaren Bestandteil des Medienangebots. Ihre organisatorische und redaktionelle Unabhängigkeit muss gewahrt bleiben. DIE LINKE tritt dafür ein, dass die nicht-kommerziellen Medienangebote in einer Höhe zwischen 10 % und 25 % vom Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag finanziert werden. Es ist Aufgabe der Länder, die tatsächliche Höhe des Bedarfs festzulegen.

Wir wollen unsere ureigenen Erfahrungen mit neuen partizipativen Beteiligungsmodellen bei den PIRATEN auch in der Stadtgesellschaft ausprobieren und dafür auf bezirklicher und auf Landesebene den Einsatz digitaler Beteiligungsplattformen vorantreiben.

In der Schule sind digitale Werkzeuge nicht nur als inhärenter Bestandteil des Unterrichts einzusetzen sondern auch darüber hinaus geeignete Werkzeuge um strukturelle Veränderungen an den Schulen herbeizuführen. In den staatlichen Schulen soll die Schulkonferenz zwar das höchste Beschlussgremium bleiben. Die frühe Auseinandersetzung mit gestaltenden Möglichkeiten der neuen Medien soll jedoch auch über die curriculare Bildung hinaus durch eine Digitalisierung der Schulen unterstützt werden. Dazu gehört beispielsweise der Aufbau internetgestützter Abstimmungsplattformen an den Schulen, auf der Lehrende, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern und sonstige Mitarbeitende Antrags-, Diskussions- und Stimmrecht haben um über schulische Fragen entscheiden zu können.

Frage 15
Bürgerjournalismus in freien Radios oder Offenen Kanälen und Netzjournalismus machen Berlin bekannt. Wie wollen Sie die hier zumeist ehrenamtlich engagierten Bürgerjournalistinnen und -journalisten fördern?

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die folgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 14 bis 17.

Zur Partizipation (nicht nur) in Fragen der Medienbildung und Medienkompetenzförderung haben wir ein umfassendes Netz in Berlin, das sich auch auf spezifisch medienpolitische Bereiche erstreckt. Dieses wollen wir verstärkt nutzen. Dazu gehören das Partizipationsprogramm für Migrantinnen und Migranten, die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung und des Jugenddemokratiefonds, offene und flexible Formen der Bürgerbeteiligung, gute digitale Infrastrukturen und nicht zuletzt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Über die Medienanstalt Berlin Brandenburg besteht die Möglichkeit, Bürger*innenjournalismus zu fördern. Dies ist eine wichtige Aufgabe, die es auch in Zukunft wahrzunehmen gilt. Wir schätzen die Medienbildungsarbeit der mabb mit ihren Förderprogrammen zur Medienkompetenz, Medienausbildung und Medieninnovation. Mit ALEX Offener Kanal Berlin und der nichtkommerziellen Hörfunkfrequenzen 88,4 MHz wurde ein gutes Modell etabliert, über das die Berliner*innen unter fachlicher Anleitung als Medienmacher*innen agieren können. Diese durch Vielseitigkeit geprägten Formate, die bundesweit einmalig sind, wollen wir auch in Zukunft unterstützen.

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die folgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 14 und 15.

Wir teilen die Einschätzung zur Rolle der Freien Medien und sehen die Notwendigkeit der Förderung mediengestützten bürgerschaftlichen Engagements.

DIE LINKE hält die unabhängigen nicht-kommerziellen und Bürgermedien für einen unverzichtbaren Bestandteil des Medienangebots. Ihre organisatorische und redaktionelle Unabhängigkeit muss gewahrt bleiben. DIE LINKE tritt dafür ein, dass die nicht-kommerziellen Medienangebote in einer Höhe zwischen 10 % und 25 % vom Anteil der Landesmedienanstalten am Rundfunkbeitrag finanziert werden. Es ist Aufgabe der Länder, die tatsächliche Höhe des Bedarfs festzulegen.

Freien Radios und Netzjournalismus muss endlich die Anerkennung zuteil werden, die ihnen aufgrund ihrer heutigen Bedeutung zukommt und es sollte eine entsprechende Förderung durch die mabb geben.

Frage 16
Wie stellt sich Ihre Partei die Förderung der Mitsprache von Zugewanderten und Neubürgerinnen und -bürgern in Medien und Öffentlichkeit vor? Und welche Mittel stellen Sie für interkulturelle Medienkompetenzarbeit bereit?

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die folgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 14 bis 17.

Zur Partizipation (nicht nur) in Fragen der Medienbildung und Medienkompetenzförderung haben wir ein umfassendes Netz in Berlin, das sich auch auf spezifisch medienpolitische Bereiche erstreckt. Dieses wollen wir verstärkt nutzen. Dazu gehören das Partizipationsprogramm für Migrantinnen und Migranten, die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung und des Jugenddemokratiefonds, offene und flexible Formen der Bürgerbeteiligung, gute digitale Infrastrukturen und nicht zuletzt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Wir unterstützen Mehrsprachigkeit und mehrsprachige Medien. Das ist eine Querschnittsaufgabe, nicht nur in der Medienpolitik. Wir brauchen einen Mentalitätswechsel, um generell Menschen, für die Deutsch Zweit- oder Drittsprache ist, in Arbeit und Ausbildung weniger zu blockieren. Wer keine muttersprachliche Kompetenz im Deutschen hat, darf nicht in seiner/ihrer gesamten Kompetenz abgewertet werden.

Wir bedauern den Verlust von Radio Multikulti wegen der muttersprachlichen Sendungen und als Talentschmiede für mehrsprachige Journalist*innen.

Wir fordern Mittel für die Bereitstellung von muttersprachlichen Medien sowie Lehr-Materialien zum Deutschlernen.

In allen Medien sollte sich die Diversität der deutschen Gesellschaft abzeichnen. Dazu können Antidiskriminierungsgesetze und Diversity-Maßnahmen mit beitragen.

DIE LINKE. Berlin sieht die dringende Notwendigkeit der Förderung der Mitsprache und Teilhabe von Zugewanderten und Neubürger*innen in Medien und Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund, dass erst im April 2016 ein Auswahlverfahren des Medienrates der MABB für ein Integrationsradio gescheitert ist, sind wir der Meinung, dass hier weitere Anstrengungen unternommen werden müssen. Hier ist auch die Medienanstalt weiter in der Pflicht, eine Förderung eines solchen Radios unter Ausschöpfung der vorhandenen Möglichkeiten im Medienstaatsvertrag zu realisieren.

Niedrigschwelliger Zugang zur Mitarbeit – gegenseitige Fortbildung aller bedeutet solidarisches Handeln und voneinander zu profitieren.

Frage 17

Was schlägt Ihre Partei konkret vor, um die Potentiale analoger und digitaler Medien im Bereich der Inklusion und Chancengleichheit zu fördern?

Anmerkung der Redaktion von medienbildung-jetzt.de:
Die folgende Antwort bezieht sich auf die Fragen 14 bis 17.

Zur Partizipation (nicht nur) in Fragen der Medienbildung und Medienkompetenzförderung haben wir ein umfassendes Netz in Berlin, das sich auch auf spezifisch medienpolitische Bereiche erstreckt. Dieses wollen wir verstärkt nutzen. Dazu gehören das Partizipationsprogramm für Migrantinnen und Migranten, die Arbeit der Landeszentrale für politische Bildung und des Jugenddemokratiefonds, offene und flexible Formen der Bürgerbeteiligung, gute digitale Infrastrukturen und nicht zuletzt die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

In der Medienbildungsarbeit sollten gezielte Angebote vorgehalten werden, die Inklusion fördern. Dazu gehört z.B. auch Informationsmaterial in leichter Sprache. Bei der Entwicklung und Anwendung von digitalen Lehr- und Lernangeboten müssen der Inklusionsansatz und die Barrierefreiheit berücksichtigt werden. Digitales Lernen darf die Ziele der Inklusion nicht unterlaufen, sondern sollte sie befördern. Wenn bereits von den Herstellern Barrierefreiheit bei der Softwareentwicklung berücksichtigt wird, und Lehrkräfte im Umgang damit entsprechend aus- und fortgebildet sind, kann der Einsatz von digitalen Medien für die individuelle Förderung gerade von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Fähigkeiten hilfreich sein. Zudem setzten wir uns für den weiteren barrierefreien Ausbau medialer Angebote der Senatsverwaltungen sowie von Berlin.de ein.

IT-Dienstleistungen sind zukunftsträchtig, ihr Anteil am Arbeitsmarkt wächst stetig und ebenso der Fachkräftemangel. Laut Studien nutzen Mädchen das Internet genauso intensiv wie Jungen, sie sollten auch im gleichen Maße zu Gestalter*innen des Mediums werden. Bisher ist die IT-Dienstleistungsbranche aber vor allem von (jungen) Männern dominiert. Trotz enormer Steigerung der Zahl der weiblichen Informatikstudent*innen ist nur ein Viertel der Informatik-Studierenden in Deutschland weiblich. Dies muss durch eine gezielte Ansprache und Förderung von Mädchen und Frauen bereits in der Schule und im außerschulischen Bereich geändert werden.

Wir unterstützen die Forderung, dass die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am öffentlich rechtlichen Rundfunk gesichert sein muss. Entsprechend haben die Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der vergangenen Legislaturperiode im Medienausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses immer wieder für eine Öffnung des RBB hinsichtlich mehr barrierefreier Formate eingesetzt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wünschen sich für einen Fortschritt bei der Teilnahme von Menschen mit Behinderung am öffentlich rechtlichen Rundfunk durchaus mehr Expertise von Fachpersonen.

Mit Stefan Gelbhaar haben BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein versiertes Mitglied im Rundfunkrat; er versteht es durchaus als seine Aufgabe, sich für die Belange von Menschen mit Behinderung in den Medien einzusetzen und deren Interessen zu vertreten. Für Anregungen aus den Fachverbänden werden die Grünen auch in Zukunft hinsichtlich medienpolitischer Fragen offen sein.

DIE LINKE spricht sich u. a. dafür aus, im Bereich des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei allen künftigen Produktionen die Barrierefreiheit im Sinne der Hörfilmfassung verbindlich festzulegen. Der Einsatz von Gebärdendolmetschern bei Nachrichten und in Kultur- und Bildungssendungen soll künftig die Regel und nicht die Ausnahme sein.

Zu unserem großen Bedauern stellen wir fest, dass Menschen mit Behinderungen in den Gremien der Rundfunkanstalten deutlich unterrepräsentiert sind. DIE LINKE fordert, diese unhaltbaren Zustände baldmöglichst zu beenden.

Freie Lizenzen für die barrierefreie Gestaltung von analogen wie digitalen Medien müssen besser genutzt, propagiert und zur Verfügung gestellt werden.