1. Grundbildung Medien für alle pädagogischen Fachkräfte verbindlich machen
Berliner Hoch- und Fachschulen, die pädagogische Fachkräfte ausbilden, stehen vor der Herausforderung und in der Verantwortung, Medienbildung curricular in den Studienplänen zu berücksichtigen.

Wir fragen
Welche Vorschläge hat Ihre Partei, um eine verbindliche und breitenwirksame medienpädagogische Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere pädagogische Fachkräfte sicherzustellen?



2. Erziehende bei frühkindlicher Medienbildung unterstützen

Medien sind auch aus dem Alltag von Kitakindern nicht mehr wegzudenken – vor allem die mobilen Medien Tablet und Smartphone locken mit einer Fülle an Apps und digitalen Angeboten auch die Kleinsten. Der Umgang mit digitalen Medien prägt die kindliche Entwicklung. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder bereits in der Kita unterstützt werden, ihre Medienerlebnisse zu verarbeiten und an einen altersgerechten Medienumgang herangeführt werden. Hierzu brauchen wir Kitaerzieherinnen und -erzieher und auch Eltern, die in der Lage sind, medienbezogene Kompetenzen bei Kindern zu fördern.

Wir fragen
Welche Maßnahmen sind aus Sicht Ihrer Partei sinnvoll, um die Medienkompetenz von Vorschulkindern altersangemessen zu fördern?

Inwiefern reicht es Ihrer Meinung nach aus, dass die Förderung der Medienkompetenz im Berliner Bildungsprogramm für Kitas im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ verankert ist und als Querschnittsbereich alle anderen Bildungsbereiche flankiert? Welche weiteren Maßnahmen strebt Ihre Partei an?

Wie wollen Sie den Ausbau der medienpädagogischen Elternarbeit und entsprechender Netzwerke stärken, damit Eltern für aktuelle Aufgaben der Medienerziehung und der Förderung frühkindlicher Medienkompetenz sensibilisiert werden?



3. Außerschulische Medienbildung strukturell verankern

Neben der Förderung von Medienkompetenz durch handlungsorientierte Medienprojekte stellen heute die fachlich-inhaltliche Unterstützung von Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit sowie die Einbeziehung der Eltern weitere wichtige Schwerpunkte der Arbeit der Berliner Medieneinrichtungen dar. Die sich schnell entwickelnden Medientechnologien und neuen Netzdienste bedeuten laufend neue Herausforderungen und zeigen sich im gestiegenen Beratungsbedarf sowohl bei Eltern als auch Pädagoginnen und Pädagogen.

Der zunehmenden Bedeutung von Medienbildung steht in Berlin keine adäquate finanzielle und personelle Ausstattung der Medieneinrichtungen gegenüber. Die 5.000 Euro jährlich, die die bezirklichen Medienkompetenzzentren aus dem Programm Jugendnetz-Berlin erhalten, sind hier zu wenig. Programmmittel für landesweite Projekte wurden 2015 stark gekürzt.

Wir fragen
Welche Maßnahmen streben Sie an, um die bestehenden Förderprogramme zur Verankerung von Medienbildung in der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit auszubauen?

Was sollte seitens der Landesebene getan werden, um Einrichtungen der Jugend-, Familien- und Elternbildung bei Angeboten zur Medienkompetenzförderung gezielt zu unterstützen?

Welche Vorschläge haben Sie, um den fachlichen Austausch zwischen Medienbildungseinrichtungen zu intensivieren?

Welche Vorschläge haben Sie für eine nachhaltige Verankerung mediengestützter Projekte zur Kinder- und Jugendbeteiligung auf bezirklicher Ebene?



4. Medienbildung in der Schule implementieren

Die Institution Schule steht in der Verantwortung, die digitalen Medien im Unterrichtsgeschehen zu integrieren. Mit der Einführung des neuen Rahmenlehrplans zum Schuljahr 2017/18 wird auch die Berücksichtigung des „Basiscurriculums Medienbildung“ verbindlich. Damit ist ausdrücklich mehr als die Vermittlungsoptimierung des Unterrichts durch Medien gemeint. Um die umfassenden Ziele der Medienkompetenzvermittlung auch tatsächlich in den Schulalltag zu implementieren, bedarf es konkret formulierter Ziele und Standards.

Wir fragen
Welche Vorschläge haben Sie, um die Implementierung des Basiscurriculums im Alltag der Schulen sicher zu stellen? Welche Vorschläge haben Sie, um Lehrerinnen und Lehrer in der Umsetzung der fachintegrativen Medienbildung zu unterstützen? Welche Rolle spielen dabei aus Ihrer Sicht außerschulische Partner und wie könnte deren Rolle gestärkt werden?

Welche Maßnahmen wollen Sie ergreifen, um die erforderliche Medienausstattung in allen Schulen sowie den technischen Support und die technisch-didaktisch und medienpädagogisch sinnvolle Anwendung sicherzustellen?



5. Zugang zu Bildung öffnen und Open Educational Resources fördern

In den letzten Jahren hält das Thema Open Educational Resources (OER) immer mehr Einzug in die deutschsprachige Bildungslandschaft und -politik. Besonders im Zusammenhang mit digitalen Medien und rechtlichen Aspekten in digitalen Umgebungen entstehen oft Unsicherheiten und neue Herausforderungen bei Lehrenden und Lernenden. Open Educational Resources können hierfür konkrete Lösungen sein, da das Kopieren, Verändern und Weitergeben explizit erlaubt wird. Dabei geht es bei OER um das Schaffen von Zugängen zu Bildung und freien Bildungsressourcen für alle Menschen.

Wir fragen
Welches Verständnis hat Ihre Partei von offener Bildung und Open Educational Resources?

Welche Vorschläge haben Sie, um Lehrende und Lernende beim Einsatz von OER zu unterstützen und das Thema OER bekannter zu machen?

Sollen Bildungsressourcen, die aus öffentlichen Mitteln finanziert wurden, allen Bürgerinnen und Bürgern frei zugänglich gemacht werden?



6. Partizipation in der Mediengesellschaft stärken

Freie Medien für mündige Bürgerinnen und Bürger gehören zur Demokratie. Nur über beteiligende Formen von Bürgermedienarbeit in Schule und außerschulischer Bildung wie in etablierten Medien mit offenen Formen journalistischer Arbeit und in neuen Formen von eDemocracy und netzdemokratischer Diskussionskultur kann eine echte Beteiligungsstruktur in Berlin vorangetrieben werden. Politische Beteiligung über Bürgermedien und ePartizipation sind  entscheidende Bausteine der Demokratie. Berlin aber hat als einziges Bundesland gemeinsam mit Brandenburg Bürgerrundfunk noch nicht im Medienstaatsvertrag beider Länder reguliert.

Wir fragen
Was wollen Sie tun, um eine partizipative Medienbildung und Medienkompetenzförderung quer durch alle Altersstufen und Medien materiell und strukturell zu unterstützen?

Bürgerjournalismus in freien Radios oder Offenen Kanälen und Netzjournalismus machen Berlin bekannt. Wie wollen Sie die hier zumeist ehrenamtlich engagierten Bürgerjournalistinnen und -journalisten fördern?

Wie stellt sich Ihre Partei die Förderung der Mitsprache von Zugewanderten und Neubürgerinnen und -bürgern in Medien und Öffentlichkeit vor? Und welche Mittel stellen Sie für interkulturelle Medienkompetenzarbeit bereit?

Was schlägt Ihre Partei konkret vor, um die Potentiale analoger und digitaler Medien im Bereich der Inklusion und Chancengleichheit zu fördern?



7. Medienbildungsakteure vernetzen

Medienbildung und Medienkompetenz benötigen Kinder, Jugendliche und auch erwachsene Menschen gleichermaßen. Ein Austausch der verschiedenen Akteure – Vertreterinnen und Vertreter von Politik und Verwaltung, Forschung und Lehre, pädagogischer Praxis in- und außerhalb von Schule, der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und weiterer zivilgesellschaftlicher Partner – ist daher dringend geboten.

Wir fragen
Welche Vorschläge haben Sie, um einen nachhaltigen Austausch aller im Bereich Medienpädagogik und Medienbildung tätigen Organisationen zu ermöglichen?

Wie stehen Sie zur Initiierung eines Berliner Aktionsbündnisses für Medienbildung?

Wie stehen Sie zu der Überlegung, der mabb im Zuge einer Neuregulierung der Medienkompetenz-Förderpolitik im Medienstaatsvertrag der Länder Berlin und Brandenburg mehr Handlungsspielräume zu verschaffen, um stärker strukturbildende Maßnahmen zu unterstützen?