Medien sind auch aus dem Alltag von Kitakindern nicht mehr wegzudenken – vor allem die mobilen Medien Tablet und Smartphone locken mit einer Fülle an Apps und digitalen Angeboten auch die Kleinsten. Der Umgang mit digitalen Medien prägt die kindliche Entwicklung. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder bereits in der Kita unterstützt werden, ihre Medienerlebnisse zu verarbeiten und an einen altersgerechten Medienumgang herangeführt werden. Hierzu brauchen wir Kitaerzieher*innen und -erzieher und auch Eltern, die in der Lage sind, medienbezogene Kompetenzen bei Kindern zu fördern. Im Berliner Bildungsprogramm der Kitas ist bereits im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ festgeschrieben, dass es für pädagogische Fachkräfte wichtig ist, sich im Team zu verständigen, wie die Ausbildung von Medienkompetenz in die pädagogische Arbeit integriert wird (siehe BBP, S.101ff). Die Pädagog*innen und Pädagogen werden der Aufgabe, die Förderung in die pädagogische Arbeit zu integrieren, nur gerecht, wenn Sie in der Lage sind, die Faszination der Kinder in der Medienaneignung zu verstehen. Das ist eine Grundvoraussetzung, die Potenziale des kreativen Umgangs mit Medien in die pädagogische Arbeit zu integrieren. Hierzu benötigen Pädagog*innen und Pädagogen medienpädagogisches Grundwissen und Informations- und Unterstützungsangebote.

Frage 2
Welche Maßnahmen sind aus Sicht Ihrer Partei sinnvoll, um die Medienkompetenz von Vorschulkindern altersangemessen zu fördern?

Das Berliner Bildungsprogramm für Kitas und Kindertagespflege versteht Bildung als Aneignungs- und Gestaltungsprozess im frühkindlichen Verstehen der Welt. Der Einsatz und die Nutzung von Medien gehört selbstverständlich zum Alltag in Familie, Kita und der weiteren Lebenswelt von Kindern. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Kinder von früh auf medienkompetentes Handeln aufbauen.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Digitale Bildung ist heutzutage eine der wichtigsten in Bildungsinstitutionen erworbenen Kompetenzen. Auch wenn bei Vorschulkindern sicherlich noch andere Bereiche im Vordergrund stehen, so ist der Einsatz von digitalen Endgeräten in Kitas unter pädagogischer Begleitung sinnvoll. Auch können spielerisch erste Programmierkenntnisse erworben werden.

Auch bei Kitas gelten ähnliche Grundsätze wie bei Schulen, insbesondere was die Fortbildung von Personal angeht. Allerdings ist das Angebot von geeigneter Software für Kitakinder noch sehr viel geringer als im Bereich Schule. Hier gilt es nachzubessern und entsprechende Software-Angebote zu machen, am besten auf einem für Kitas eingerichteten Teil einer Berliner Lernplattform.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern:

  • die Schaffung einer funktionstüchtigen, sicheren digitalen Lernplattform mit qualitativ hochwertigen, offenen und frei verwendbaren Inhalten (Open Educational Ressources) unter Einbeziehung moderner pädagogischer und fachdidaktischer Konzepte, die barrierefrei zugänglich und leicht bedienbar sein soll und auch Angebote für frühkindliche Bildung umfasst;
  • die Verankerung von Medienbildung mit Schwerpunkt digitale Medien in der Aus- und Fortbildung von allen pädagogischen Kräften, über die reine Technikvermittlung hinaus hin zu grundsätzlichen und fachbezogenen didaktischen Fragen der digitalen Vermittlung von Inhalten und der Veränderung des Lehrens und Lernens durch die Nutzung des Internets;
  • verpflichtende medienpädagogische Inhalte im Rahmen der Erzieher*innenausbildung, die sowohl die fachübergreifende als auch die fachspezifische Vermittlung von Wissen mit digitalen Medien beinhalten; dies gilt auch für die Curricula der Hochschulen.

Die meisten Kinder haben bereits sehr frühzeitigen Zugang zu Medien und lernen spielerisch deren Gebrauch- von Geschwistern, Eltern und im familiären und sozialräumlichen Umfeld. Doch die Chancen dazu sind ungleich verteilt. Zum einen aus sozialen Gründen oder weil Eltern ganz bewusst darauf verzichten. Die frühkindliche Förderung in Kita oder Tagesförderung soll jeweils die individuellen Voraussetzungen der Kinder berücksichtigen und sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern, Benachteiligungen entgegenwirken und soziale Kompetenzen vermitteln – in enger Erziehungspartnerschaft mit den Eltern. Voraussetzung dafür ist chancengleicher Zugang zu vorschulischer Förderung. Doch der Rechtsanspruch auf den Kitabesuch ist in Berlin immer noch eingeschränkt. DIE LINKE fordert daher eine Abschaffung der Bedarfsprüfung und einen bedarfsgerechten Ausbau der Kitaplätze. Eltern sollen selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang sie ihre Kinder in Kita oder Tagespflege gefördert wissen wollen. Sie sollen auch wählen können zwischen den verschiedenen pädagogischen Konzepten der Träger und Einrichtungen. Dies gilt auch im Hinblick auf Art und Umfang der medienpädagogischen Kompetenzvermittlung.

Bereits Kinder nutzen heute digitale Medien, sie dürfen dabei nicht sich selbst überlassen werden. In Kitas muss der Umgang mit Computern und Smartphones zur Erziehung dazugehören. Kinder sollen spielerisch die Funktionalitäten der Systeme erkunden können. Erzieherinnen und Erzieher müssen in der Lage sein, digitale Geräte zu erklären und den Kindern näher zu bringen. Auch der Umgang mit Hardware und Software, insbesondere die Nutzung des Internetbrowsers und von Angeboten wie google und YouTube ist dabei zu vermitteln.

Die Ausbildung von Erzieher*innen muss in vielen Bereichen reformiert und erweitert werden. Dazu gehört auch der Bereich Medienpädagogik. Der Beruf der Erzieher*innen muss dazu auch insgesamt aufgewertet und besser bezahlt werden. Fortbildungen müssen selbstverständlich sein und der Personalschlüssel muss entsprechend angepasst werde, damit Fortbildungen besucht werden können, ohne negative Auswirkungen auf die Betreuung und die Arbeitssituation der Kolleg*innen.

Frage 3
Inwiefern reicht es Ihrer Meinung nach aus, dass die Förderung der Medienkompetenz im Berliner Bildungsprogramm für Kitas im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ verankert ist und als Querschnittsbereich alle anderen Bildungsbereiche flankiert? Welche weiteren Maßnahmen strebt Ihre Partei an?

Im Bildungsbereich „Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien“ wird Medienkompetenz explizit thematisiert. Allerdings wird die Ausbildung dieser Kompetenz auch in allen anderen Bildungsbereichen angeregt – etwa wenn Projektschritte mit einer digitalen Kamera dokumentiert werden und das Bildmaterial am Computer weiter bearbeitet wird. Erfahrungen aus der medienpädagogischen Arbeit mit den Lernstationen ‚kidsmart‘ sind in die Konzeption des Berliner Bildungsprogramms eingeflossen.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Die Vorschläge im Berliner Bildungsprogramm für Kitas sind gerade in Bezug auf Medienbildung sehr allgemein gehalten und wenig konkret. Insbesondere fehlen Anregungen, welche technische Infrastruktur in Kitas eingesetzt werden sollte und mit welcher Software diese Infrastruktur bespielt werden kann. Ebenfalls fehlen Vorschläge, welche Ziele mit dem Einsatz digitaler Medien in der frühkindlichen Bildung erreicht werden sollen, wie z.B. das Erreichen eines grundlegenden Verständnisses für Programmierung.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern:

  • die Konkretisierung des Bildungsprogramms für Kitas in Hinsicht auf Medienbildung mit Empfehlungen, welche Hard- und Software bei der frühkindlichen Bildung eingesetzt werden soll.

Die Formulierung des Anspruchs der Medienkompetenzvermittlung als Querschnittsaufgabe im Kita-Bildungsprogramm ist richtig und wichtig. Entscheidend ist jedoch, wie dieser Anspruch im pädagogischen Alltag in den Einrichtungen realisiert wird. Wichtig ist dafür vor allem die Sensibilität für die Aufgabenstellung, gut ausgebildete, kreative und motivierte pädagogische Fachkräfte sowie eine adäquate Ausstattung der Einrichtungen.

DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, dass die Kapazitäten für die Ausbildung von Erzieher/innen ausgebaut werden, auch auf Hochschulebene. Wir fordern, die Medienpädagogik fest im Ausbildungsprogramm zu verankern und die Kompetenz zur Kommunikation und Elternarbeit zu verstärken. Wir treten dafür ein, dass die Potenziale der Mediennutzung erkannt werden und die Befähigung, sie im pädagogischen Alltag gezielt zu nutzen, z.B. für die Frühförderung von Kindern mit Behinderung, noch stärker ausgebildet werden. Neben der Ausbildung müssen auch Angebote für Fort- und Weiterbildung bedarfsgerecht verstärkt werden. DIE LINKE. Berlin hat vorgeschlagen, den von den Kita-Trägern beizubringenden finanziellen Eigenanteil von 7% pro Platz schrittweise abzubauen. Mit dem freiwerdenden Geld können die Kitas Investitionen tätigen: ins Personal, Fortbildungen, aber auch in eine moderne materiell-technische Ausstattung.

Die formulierten Punkte sind leider eher für die Gelerie, wenn die konkrete Umsetzung nur an die eh schon überlasteten Erzieher*innen deligiert wird, ohne Schulung und bessere Ausstattung und einen ausreichenden Betreuungsschlüssel.
Die reine Flankierung des Bildungsbereichs ist unzulänglich. Neben verpflichtenden Schulungen ist insbesondere auch in den KITAS zusätzliche Fachpersonal für Medienbildung dringend notwendig. Eltern sind rechtzeitig zu schulen, auf die Internetnutzung durch ihre Kinder zu achten und gegen missbräuchliche Nutzung rechtzeitig Vorsorge zu treffen.

Frage 4
Wie wollen Sie den Ausbau der medienpädagogischen Elternarbeit und entsprechender Netzwerke stärken, damit Eltern für aktuelle Aufgaben der Medienerziehung und der Förderung frühkindlicher Medienkompetenz sensibilisiert werden?

nicht beantwortet

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Zahlreiche medienpädagogischen Einrichtungen und Initiativen wie die Medienkompetenzzentren, bits 21, Arbeitskreis neue Erziehung e.V. oder auch die freiwilligen Selbstkontrollen leisten bereits eine hervorragende Arbeit in dieser Stadt, um auch Eltern für das Thema Medienkompetenz zu sensibilisieren. Hier gilt es gute Informationsweitergabe zu verstetigen und z.B. durch mehrsprachige Angebote auszubauen. Die Verteilung von medienpädagogischem Material über KITAs und Schulen ist ein guter Weg, um möglichst flächendeckend die Berliner Eltern zu erreichen.

Es wird in Berlin sehr viel Material verfasst, was aber bisher zu selten bei den Eltern ankommt. Künftig wird es eine wichtige Aufgabe sein, den Eltern eine Orientierungshilfe zu geben, passgenaue Angebote zu machen und in guter Zusammenarbeit mit den Mitarbeiter*innen von Bildungseinrichtungen individuelle Themenschwerpunkte zu vermitteln, um generationsübergreifend Medienkompetenz in dieser Stadt zu optimieren.

Zudem hat die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN einen Flyer zum Thema Kinder- und Jugendmedienschutz erarbeitet, der online zur Verfügung steht.

Darin bieten wir Eltern und Erziehenden Tools und Tipps für einen sicheren Umgang mit Medien an. Denn wenn ein Kind das Internet und digitale Inhalte entdecken möchte, so sollte es dabei von seinen Eltern unterstützt werden, u.a. um gemeinsam ein Benutzerkonto und kindgerechte Nutzer*innenprofile anzulegen oder eine Jugendschutzsoftware zu installieren.

Viele Eltern und Elternvertretungen nutzen heute bereits ganz selbstverständlich insbesondere die digitalen Medien, um zu kommunizieren und sich zu vernetzen. Problemtisch ist es, wenn nicht gleichermaßen alle Eltern einbezogen sind. Es müssen in jedem Falle Wege gefunden werden, alle Eltern gleichermaßen zu beteiligen. Dies setzt eine Sensibilisierung für das Thema Mediennutzung/Medienkompetenz und die Akzeptanz von Unterschieden im Gebrauch aus verschiedenen Gründen voraus. Vielen Eltern ist bewusst, dass der verantwortungsvolle Umgang mit den Medien erlernt werden muss und dass insbesondere die Nutzung der digitalen Medien auch Gefahren birgt. Kinder lernen am ehesten vom elterlichen Vorbild. Dafür müssen Eltern sensibilisiert werden. Am besten ist es, in der Elternarbeit vor Ort das Thema Medienpädagogik zu diskutieren, das medienpädagogische Konzept in der Kita vorzustellen und gemeinsam Regeln für den Medienumgang festzulegen. Bildungspartnerschaften funktionieren nur auf der Grundlage von Respekt, Toleranz und Transparenz. Doch die Kitas sind nicht allein für die medienpädagogische Elternarbeit zuständig. Sie sind in erster Linie Initiator und Vermittler in Sachen medienpädagogischer Elternangebote. DIE LINKE. Berlin setzt sich dafür ein, dass vor Ort in den Sozialräumen niedrigschwellige und allgemein zugängliche Familienbildungsangebote vorhanden sind. Wir fordern, dass die Angebote der Familien-, Nachbarschafts- und soziokulturellen Zentren finanziell gesichert und ausgebaut werden. Es müssen Räume vorhanden sein, damit Eltern Selbsthilfepotenziale entwickeln können. Angebote von Eltern für Eltern haben sich als am wirkungsvollsten erwiesen.

Über die Herausforderung, Kindern den richtigen Umgang mit den neuen Medien näherzubringen ist in Elternversammlungen in Kitas und Schulen zu kommunizieren. Mit den Eltern sollte erarbeitet werden, wie sie ihren Kindern gezielt geeignete Inhalte aus dem Internet näherbringen und Kindern dabei nicht überlassen, völlig ohne Anleitung das Internet zu erforschen oder eben nicht zu erforschen.

Entsprechende Schulungsangebote sind in Medienkompetenzzentren zu schaffen. Dabei sollte dargestellt werden, wie Eltern ihre Kinder in der richtigen Nutzung der Endgeräte aber auch des Internets unterstützen können. Das reine Referieren über diese Themen reicht hier nicht aus. Unerlässlich ist das Ausprobieren der Eltern an den jeweiligen mobilen Endgeräten.