Berliner Hoch- und Fachschulen, die pädagogische Fachkräfte ausbilden, stehen vor der Herausforderung und in der Verantwortung, Medienbildung curricular in den Studienplänen zu berücksichtigen.

Frage 1
Welche Vorschläge hat Ihre Partei, um eine verbindliche und breitenwirksame medienpädagogische Aus-, Fort- und Weiterbildung für Lehrerinnen und Lehrer sowie weitere pädagogische Fachkräfte sicherzustellen?

Informationelle Selbstbestimmung und das Wissen über Daten sind wesentlich im persönlichen Alltag und für das Berufsleben. Wir setzen uns daher auf Basis des neuen Rahmenlehrplans für Berlin und Brandenburg für eine verstärkte Medienbildung in den Klassenzimmern und in der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung ein. Für den Erwerb bzw. die Vertiefung von Medienkompetenz in der Fort- und Weiterbildung für Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie in anderen pädagogischen Professionen stehen für den schulischen Bereich Fortbildungsangebote im Rahmen des „eEducation Berlin Masterplan“ und der Regionalen Fortbildung zur Verfügung. Dies wird ergänzt durch die vielfältigen Angebote von Freien Trägern, gerade für den Bereich der außerschulischen Bildung.

Die CDU hat unsere Wahlprüfsteine nicht beantwortet. Schade.

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Digitalisierung des Unterrichts durch kompetente pädagogische Fachkräfte begleitet wird. Lehrer*innen und die weiteren in Schulen tätigen Fachkräfte müssen im Umgang mit Medien ausgebildet sein („learning to use“) und eine Kompetenz zur Auswahl relevanter und passgenauer Medien besitzen („using to learn“). Dabei ist es wichtig, nicht nur die „digital natives“, sondern auch ältere und weniger medienaffine Lehrkräfte mitzunehmen.

Deshalb fordern BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

  • die Verankerung von Medienbildung mit Schwerpunkt digitale Medien in der Aus- und Fortbildung von allen pädagogischen Kräften, über die reine Technikvermittlung hinaus hin zu grundsätzlichen und fachbezogenen didaktischen Fragen der digitalen Vermittlung von Inhalten und der Veränderung des Lehrens und Lernens durch die Nutzung des Internets;
  • verpflichtende medienpädagogische Inhalte im Rahmen der Lehramtsstudiengänge, die sowohl die fachübergreifende als auch die fachspezifische Vermittlung von Wissen mit digitalen Medien beinhalten;
  • die Qualifizierung der bisherigen Angebote der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen im Rahmen des eEducation Berlin Masterplan , um das ganze Spektrum an Chancen, aber auch Risiken des Einsatzes von digitalen Medien zu erfassen, damit Lehrkräfte einen souveränen Umgang mit Technik, Lehr- und Lernmethoden, Datenschutz und Fragen der IT-Sicherheit pflegen können;
  • die Weiterbildung so zu organisieren, dass idealerweise ganze Kollegien fortgebildet werden, so dass Schulen als Ganzes digitalisiert werden und Lehrer*innen sich bei Unsicherheiten beim Einsatz digitaler Medien gegenseitig unterstützen können;
  • die Chancen der Digitalisierung allen Lehrkräften zu vermitteln, insbesondere auch der persönliche Nutzen, den sie aus der digitalisierten Schule ziehen können (wie z. B. die Vereinfachung der Unterrichtsorganisation und -vorbereitung).

Das Anfang 2014 verabschiedete Lehrkräftebildungsgesetz und der 2017 in Kraft tretende neue Rahmenlehrplan für Berlin und Brandenburg mit dem Basiscurriculum Medienbildung sind wichtige Ansatzpunkte für eine konzeptionelle Neuausrichtung in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte und der weiteren pädagogischen Fachkräfte. Sie müssen weit stärker als bisher auf die Entwicklung von Medienkompetenz der Lehrkräfte und der pädagogischen Fachkräfte und dabei insbesondere von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien ausgerichtet werden. Dazu sollte in den Studien- und Ausbildungsordnungen für die jeweiligen Lehramtsstudien- und weiteren Ausbildung- und Weiterbildungsgänge der spezifische Beitrag zur Entwicklung von Medienkompetenz explizit ausgewiesen werden.

Dazu im Antrag 17/2805:

  • Verankerung der Medienbildung mit Schwerpunkt digitale Medien in der Aus- und Fortbildung aller pädagogischen Kräfte, über die reine Technikvermittlung hinaus hin zu grundsätzlichen und fachbezogenen didaktischen Fragen der digitalen Vermittlung von Inhalten und der Veränderung des Lehrens und Lernens durch die Nutzung des Internets.

Medienbildung muss stärker in die Ausbildung der Lehrer*innen im Land Berlin integriert werden.

Die Universitäten leisten in der Wissenschaftlichen Weiterbildung (z.B. ZEWK an der TU Berlin) und innerhalb der Curricula der Lehrerbildung Medienbildung nach modernen Standards. Derartige Angebote als Weiterbildungsveranstaltungen sind für Lehrerinnen und Lehrer umgehend verpflichtend einzuführen. Es ist sicherzustellen, dass bis 2018 mindestens die Hälfte des Lehrpersonals an diesen Fortbildungen teilgenommen hat.
Die PIRATEN fordern außerdem Medienwarte für alle Schulen, die sich nicht nur um die digitale Infarstruktur an den Schulen, sondern auch um konkrete Schulung und Support für die Lehrer*innen kümmern sollen.

Darüber hinaus sind verstärkt Quereinsteiger*innen, z.B. mit Publizistik-Studium, für den Schuldienst zu qualifizieren, die dort ein Fach „Medienkompetenz“ unterrichten können.